Wie lange überlebt Corona-Virus auf einem Haltegriff?. Wie lange überleben Corona-Viren außerhalb des menschlichen Körpers (z. B. auf einem Haltegriff in der U-Bahn)? Die fachkundige Antwort liefert Verena Mayr vom Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 14. März 2020 (19:13)
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Die Ungewissheit, die das aktuelle Coronavirus (SARS-CoV2) mit sich bringt, macht Angst. Bekannt ist, unter Laborbedingungen kann das Virus nach Stunden bis Tagen an einer Oberfläche nachgewiesen werden. Der reine Nachweis eines Virus ist aber für die Übertragung selbst nicht wichtig, sondern ob genügend Viren haften bleiben, um sich daran zu infizieren.

Coronaviren fühlen sich vor allem in feuchter Umgebung wohl. Das neue Coronavirus wird mittels Tröpfcheninfektion, sprich durch Niesen oder Husten, und über unsere Hände von Person zu Person weitergegeben. Nehmen wir an, eine infizierte Person niest, anstatt in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, in die eigene Hand und berührt mit derselben Hand einen Haltegriff in der U-Bahn.

Dadurch gelangt das Virus auf diese Oberfläche. Berührt danach eine andere Person diese Oberfläche und greift sich anschließend an Mund oder Nase, ist eine Übertragung als Kontaktinfektion denkbar; Jedoch ist das Virus außerhalb des Menschen den Umwelteinflüssen ausgesetzt und trocknet an der Oberfläche schnell aus. Zusätzlich hat die Oberflächenbeschaffenheit und die Temperatur Auswirkungen auf das Überleben des Virus.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der aktuelle Erreger SARS-CoV2 hitzeempfindlich ist. Die Befürchtung einer möglichen Kontaktinfektion über importierte Handelswaren ist unbegründet. Bisher wurden keine Fälle beschrieben, in denen Waren wie Lebensmittel oder Spielzeug aus den betroffenen Gebieten zu einer Übertragung von SARS-CoV2 führten.

Trotzdem gilt für den Alltag: Regelmäßiges Händewaschen spielt eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Eine gute Händehygiene in Verbindung mit weiteren Verhaltensmaßnahmen, wie Vermeidung von engen Kontakt mit Betroffenen, schützt nicht nur vor einer Infektion mit dem Coronavirus, sondern man wappnet sich gleich auch für andere Erreger, wie zum Beispiel dem Grippevirus.