NÖ Notfallpläne bei Ebola-Verdacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Betroffenen in Niederösterreich geben könnte, ist sehr gering.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 13. Oktober 2014 (12:12)
„Ein Ebola-Fall in Niederösterreich ist sehr unwahrscheinlich. Aber wir sind dafür gerüstet“, betont NÖ Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner.

Zum Beispiel: „Jedes Landesklinikum ist imstande, Patienten zu isolieren.“ Kommt ein Patient, der mögliche Symptome aufweist und in Westafrika war, wird er isoliert. Ihm wird Blut abgenommen. Und dieses wird zur Untersuchung geschickt. Während sich die Ärzte um ihn kümmern. Wobei: „Eine Therapie gegen Ebola gibt es nicht.“ Also können nur die Symptome behandelt werden.

Schutzanzüge in allen Landeskliniken und an Flughäfen

Ein Ebola-Patient ist übrigens erst ansteckend, wenn Symptome auftreten. Von der Ansteckung bis dahin können 21 Tage vergehen. Ein typisches Anzeichen ist hohes Fieber. Ein Symptom, das aber auch viele andere Ursachen haben kann. „Die meisten, die aus Afrika kommen und hohes Fieber haben, haben Malaria.“

Eine weitere Maßnahme sind Schutzanzüge. Diese gibt es in allen Landeskliniken. Und auch die Polizei am Flughafen hat welche. Meldet ein Pilot, dass ein infektiöser Passagier an Bord ist, bekommt das Flugzeug eine eigene Parkposition. Der Notarzt kommt. „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass es Ebola sein könnte, wird ein Notfall-Gate eingerichtet.“

Von allen anderen Passagieren werden Daten aufgenommen. Und der Betroffene wird ins Kaiser-Franz- Josefs-Spital nach Wien gebracht. Doch: Selbst wenn das einmal passieren sollte, „wir werden bei uns keine Ebola-Epidemie haben“, beruhigt Lechner. Da das Gesundheitssystem und die hygienischen Bedingungen nicht mit jenen in Westafrika zu vergleichen sind.

WHO warnt: Bis zu 10.000 Fälle pro Woche im Dezember

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet für Dezember 5.000 bis 10.000 neue Ebola-Fälle in Westafrika pro Woche. Das sagte der Vize-Generaldirektor der WHO, Bruce Aylward, am Dienstag in Genf.

Seit Ausbruch der Epidemie seien der Organisation mehr als 8.900 Erkrankte gemeldet worden. Mehr als 4.400 Menschen seien gestorben. Sie kommen vor allem aus den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone. Experten gehen außerdem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Für Fragen zu Ebola: Infoline: 050 / 555 555 (Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr). www.ages.at, www.<strong>aerzte</strong>-<strong>ohne</strong>-<strong>grenzen</strong>.at