654.000 Euro für Demenz-Beratung. Das Demenz Service NÖ bietet Information über die Hotline. Zusätzlich gibt es Beratungen im Rahmen eines Pilotprojektes im Zentralraum. 2020 soll diese auf ganz Niederösterreich ausgeweitet werden.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 28. August 2019 (15:08)
NLK / Burchhart
Beim Demenz-Parkour: NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Eichtinger, Andreas Schneider, Leiter Demenz-Service NÖ, NÖGKK-Direktorin Martina Amler und Gabriele Nemeth, Demenz-Service NÖ.

Rund 22.000 Menschen in Niederösterreich sind von Demenz betroffen. Doch: „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl bis 2050 verdoppelt“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger. Weil die Menschen immer älter werden. Immerhin steigt die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken mit 65 Jahren stark an.  

„Für Angehörige ist es wichtig, eine Anlaufstelle zu haben“, betont Martina Amler, Direktorin der NÖ Gebietskrankenkasse. Eine solche gibt es mit dem Demenz-Service Niederösterreich. In Niederösterreich steht ein großes Netzwerk an Organisationen und Institutionen, die sich mit Demenz beschäftigen, bereit. Von Hausärzten über mobile Dienste oder auch Landesklinken bis hin zu Pflegezentren. Über die NÖ-Demenz-Hotline unter 0800 700 300 etwa erfahren Angehörige, an wen sie sich wenden können.

Beratung soll auf ganz NÖ ausgerollt werden

Seit Anfang 2018 lief darüber hinaus in den Bezirken Krems, Lilienfeld, St. Pölten und Tulln ein Pilotprojekt, im dessen Rahmen auch Demenz-Beratung angeboten wird. Im Zentrum davon steht Beratung. In den Service-Centern der NÖ Gebietskrankenkassen zum Beispiel finden kostenlose, persönliche Beratungstermine statt, zu denen Angehörige und Betroffene einfach gehen können – ohne Voranmeldung. Es gibt aber auch die Möglichkeit von Beratungsbesuchen zuhause. Das Ergebnis: „Die Expertinnen und Experten des Demenz-Service NÖ konnten mehr als 400 Menschen persönlich oder am Telefon helfen. In Info-Points der NÖGKK fanden 117 Sprechstunden statt, die vor allem eine Unterstützung für Angehörige darstellten“, so Eichtinger und Amler. Unter anderem gab es auch gut besuchte Informationsveranstaltungen.

2020 soll diese Demenz-Beratung auf ganz Niederösterreich ausgerollt werden. „Das Land Niederösterreich und die NÖGKK nehmen dafür 654.000 Euro in die Hand“, so Eichtinger. Die Info-Points-Demenz-Sprechstunden werden dann in allen 24 NÖGKK-Service-Centern angeboten.

Events mit Demenzparkour

Wer erleben will, wie es sich anfühlt, dement zu sein, kann im Herbst zur Tour „Miteinander ins Durcheinander des Alters - das Älterwerden betrifft uns Alle!“ kommen. Dort wartet ein Demenzparcours mit 13 Stationen. Zum Beispiel kann man ausprobieren, wie es ist, mit spiegelverkehrtem Blick mit Messer und Gabel Essen auf einen Teller zu bekommen oder mit einem kleinen Spielzeugauto Straßen entlang zu fahren. Demenzkranke vergessen, erzählt Nemeth, wie man mit Besteck umgeht. Es kann aber auch vorkommen, dass Essen auf Rädern das Mittagessen liefert und der Betroffene nicht weiß, was er damit tun soll, dass er essen muss. Bei einer Demenz verändert sich viel. „Ich höre schlecht, ich sehe schlecht. Ich kann mich schlecht bewegen.“

Bei den Events können aber auch Angehörige und Betroffene sich informieren lassen. Los geht’s am 20. September in St. Pölten.

Termine „Miteinander ins Durcheinander des Alters“:

  • 20. September: St. Pölten
  • 27.September: Obergrafendorf
  • 4. Oktober: Rastenfeld
  • 9.Oktober: Lilienfeld
  • 15.Oktober: Böheimkirchen
  • 18.Oktober: Kirchberg/Pielach
  • 25.Oktober: Tulln
  • 18. November: Hadersdorf am Kamp
  • 22. November: Gerersdorf

Alle Veranstaltungen, darunter die „Miteinander ins Durcheinander des Alters“-Tour- und Info-Point-Demenz-Termine gibt es auf: https://www.demenzservicenoe.at/veranstaltungen/