"Hände waschen, Leben retten". Am 5. Mai ist der internationale Tag der Händehygiene. In Zeiten von Corona gewinnt er eine ganz neue Aktualität und Bedeutung. Aber nicht nur dieser Pandemie kann durch Händewaschen entgegengewirkt werden, auch "Spitalskeime" haben schlechtere Chancen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Mai 2020 (17:14)
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Die aktuelle Corona-Pandemie hat die große Bedeutung von Händehygiene als Mittel zur Verhinderung von Infektionen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt – und sie wird uns gemeinsam mit anderen Vorsichtsmaßnahmen noch längere Zeit begleiten.

Das richtige Händewaschen ist aber nicht nur im Kontext von Covid-19 wichtig, viele Fälle von schweren anderen Infektionen würden sich damit verhindern lassen. Das betont die Österreichische Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin im Vorfeld des „Internationalen Tages der Händehygiene“ am 5. Mai. Das Motto des Gesundheitstages ist „Hände waschen – Leben retten“.  

Studien zeigen Effektivität des Händewaschens

Dass die regelmäßige und richtige Handhygiene, wie sie auch in der Grippesaison oder zur Vorbeugung von Erkältungen empfohlen wird, zur Eindämmung von Corona-Infektionen eine zentrale Bedeutung hat, wird durch aktuelle Studien belegt. 

So ging zum Beispiel ein britisches Forscherteam der Frage nach, ob kulturelle Unterschiede bei der Handhygiene zwischen Ländern und Regionen einen Einfluss auf das Tempo der Verbreitung von Corona-Infektionen haben. Auch bereits früher durchgeführte internationale Untersuchungen, die zeigen wie die Handhygiene in verschiedenen Ländern verankert ist, wurde mit dem Ausmaß des Corona-Ausbruchs in den einzelnen Staaten verglichen.

Es seien mehrere Faktoren dafür verantwortlich wie groß der Ausbruch der Corona-Pandemie in den einzelnen Ländern sei und wie stark sich das Virus ausbreite. Die Studie ergab aber, dass die jeweilige Handhygiene-Kultur ein entscheidender Faktor sei, so die Autoren und Autorinnen der Studie. Die Zeit werde zeigen, ob die aktuellen Kampagnen zu einer weltweit einheitlicheren Handhygiene führen werden. 

Händewaschen gegen die Spitalsinfektions-Pandemie

Richtiges Händewaschen und physische Distanz seien auch nach der Lockerung der Maßnahmen noch weiter notwendig um die Verbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten, so ÖGARI-Präsident Prof. Markstaller.  Aber auch andere Infektionen als Corona können dadurch verhindert werden – insbesondere auch, was die im „Gesundheitssystem erworbenen Infektionen” betrifft, die im stationären Bereich und insbesondere auch in der Intensivmedizin ein großes Thema sind. Schon vor der COVID-19-Pandemie seien diese „an und für sich eine Pandemie“ gewesen, schreiben der Genfer Infektionsspezialist  Didier Pittet und Co-Autoren in einer aktuellen Publikation. 

Diese Infektionen kommen allein in Europa laut der EU-Agentur European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) in Spitälern auf 8,9 Millionen Fälle jährlich. Dazu käme nun das erhöhte Risiko, dass im Krankenhaus Gesundheitspersonal oder hospitalisierte Patientinnen und Patienten mit dem neuen Corona-Virus infiziert werden, so die Genfer Experten. Umso zentraler seien neben anderen Vorsichtsmaßnahmen Investitionen in eine verstärkte Händehygiene.

Denn auch jenseits von COVID-19 seien Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, sie haben ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Risiko für eine im Spital erworbene Infektion. Und gerade dort gäbe es laut Studien durchaus noch Aufholbedarf. Die aktive Bereitschaft bezüglich empfohlener Händehygiene lag im Durchschnitt nur bei 59,6 Prozent, wobei sich große Unterschiede zwischen Ländern mit hohem Einkommen (64,5 Prozent) und Niedrigeinkommens-Ländern (9,1 Prozent) zeigten.

Das ist beim Händewaschen zu beachten

  • Hände unter fließendes Wasser halten.
  • Seife 20 bis 30 Sekunden lang verteilen – auf der gesamten Oberfläche der Hand, auch auf den Fingerkuppen und zwischen den Fingern.
  • Sorgfältig abspülen und abtrocknen.
  • Hände möglichst vom Gesicht fernhalten.