Kompetenz vieler Berufe nutzen. Neuerungen wird es vermutlich auch im niedergelassenen Ärzte-Bereich geben.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 12. Mai 2014 (00:00)
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Geht es nach Patientenanwalt Bachinger und Landesrat Androsch könnten mehr Gesundheitsberufe mehr Bedeutung gewinnen. NÖN

„Wollen wir in Österreich ein ärztezentriertes Hausarztmodell? Oder wollen wir eine multiprofessionelle Primärversorgung?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich zurzeit zahlreiche Experten im Primary-Health-Care-Projektboard. Darunter Vertreter der Sozialversicherung, der Pflege, der Patientenanwaltschaft …

Ergänzung zu den Kompetenzen der Ärzte

Soll der Patient also, wenn er gesundheitlich etwas braucht, den ersten Kontakt – so wie bisher – mit dem Arzt haben? Oder sollen dabei auch andere Berufsgruppen eine Rolle spielen?

Wobei SPÖ-Landesrat Maurice Androsch bei diesem Ansatz entwarnt: „Wir ersetzen den Hausarzt nicht.“ Sondern: „Wir wollen die Kompetenzen von anderen Berufsgruppen einbringen“, erläutert Patientenanwalt Gerald Bachinger. Als Ergänzung zu den Kompetenzen der Ärzte.

Die Umsetzung eines solchen Systems kann von Region zu Region unterschiedlich sein. In städtischer Umgebung könnte es eine Zusammenarbeit im Rahmen eines Versorgungszentrums geben, im dünn besiedelten Raum hingegen ein virtuelles Netzwerk. Also, eine Zusammenarbeit, die auf dem Austausch und der Kommunikation über ELGA & Co. basiert.

Klare Regelungen machen Erfolg aus

Bis zum Sommer sollen die spezifischen Erfordernisse des Bundeslandes erarbeitet werden und Antworten auf die Frage „Hausarztmodell oder multiprofessionelle Primärversorgung?“ gefunden sein.

Eine Tendenz scheint es in Richtung multidisziplinär zu geben. Warum? Viele andere Länder setzen bereits mit Erfolg auf ähnliche Modelle. Was diese laut Bachniger unter anderem auch ausmacht, ist, dass sie alle eine klare Leistungsbeschreibung haben. Also, klar geregelt ist, welche Leistungen Ärzte, die einen Kassenvertrag haben, machen müssen und welche nicht.

Es gibt aber nicht nur Pluspunkte: „Internationale Studien zeigen, dass ein gutes System der Primärversorgung mehr kostet als das Hausarztsystem, das wir jetzt haben“, so Bachinger. Wobei ein solches auch bedeutet: „Ich kriege eine bessere Qualität und eine bessere Versorgung für den Patienten.“