Ein halbes Jahr im NÖ Sanitätsstab. Seit 26. Februar wird in St. Pölten an zahlreichen Maßnahmen gegen Corona gearbeitet.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 19. August 2020 (05:26)
Bei Lagebesprechungen Ende Februar – wie hier mit Landesamtsdirektor Werner Trock, Bildungsdirektor Johann Heuras, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Sanitätsdirektorin Irmgard Lechner und NÖ-Landesgesundheitsagentur-Vorstand Helmut Krenn – war Abstandhalten noch nicht üblich.
: NLK/Filzwieser

Vor sechs Monaten wurden die ersten Fälle von Covid-19 in Österreich bestätigt – und der Sanitätsstab in Niederösterreich nahm seine Arbeit auf. Bis zu 50 Menschen gleichzeitig arbeiteten in Spitzenzeiten rund um den Sanitätssaal in St. Pölten daran, alle notwendigen Maßnahmen zu setzen. Zwar gab es schon einen Pandemieplan. Allerdings für Krankheiten, die man kannte. „Es war eine völlig neue und außergewöhnliche Herausforderung“, so Sanitätsdirektorin Irmgard Lechner.

Anfangs ging es vor allem darum, Schutzausrüstung zu organisieren. Contact Tracing und Tests mussten durchgeführt, Laborkapazitäten dafür gefunden und die Anmeldung für Testungen über ( 1450 ermöglicht werden. Bis zu 60 Epidemieärzte wurden angestellt, über 30.000 Absonderungsbescheide seit Beginn an ausgestellt. „Wir haben in NÖ schon früh Screenings durchgeführt“, so die für den öffentlichen Gesundheitsdienst zuständige Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Und: „Wir haben Datenbanken während der Krise programmiert“, so Lechner. Es gab und gibt Besprechungen mit Rettungsorganisationen, Feuerwehr, Notruf Niederösterreich, Bundesheer, Ärzte- und Zahnärztekammer, Gesundheitskasse usw. und interne Konferenzen – jede Bezirksverwaltungsbehörde hat einen eigenen Krisenstab. Anfangs noch persönlich, dann über Video und seitdem mit Abstand.

Stabsmitarbeiter im Dauereinsatz

Von sieben Uhr morgens bis 22 Uhr nachts wurde im Stab gearbeitet, manchmal auch länger. Rund 150 verschiedene Personen waren seit Anfang mit dabei. Darunter auch viele Mitarbeiter aus anderen Abteilungen. „Keiner hat auf die Uhr gesehen. Jeder wollte gute Arbeit leisten“, erinnert sich die Landessanitätsdirektorin. „Als Politikerin bin ich sehr dankbar dafür, dass es so viele engagierte Mitarbeiter gibt“, betont Königsberger-Ludwig, die gemeinsam mit ihren Landesregierungskollegen mit dabei war und vor allem vom Zusammenhalt im Stab beeindruckt ist.

„Ende Juni hat man dann die Erschöpfung gesehen“, erinnert sich Lechner. Danach folgte eine gewisse Entspannung. Der Stab ist aber weiterhin aktiv. Und zurzeit steigen die Zahlen wieder.