Milch: Alles nur ein Märchen?. Kein Lebensmittel ist so beliebt und gleichzeitig so umstritten wie die Milch. Dabei trinken wir in Österreich etwa ein Glas Milch pro Tag und pro Person.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. Februar 2020 (13:06)
Ohne Milchkuh keine Milch: Über 100.000 Milchkühe gibt es allein in NÖ. Und in NÖ wird auch ein Fünftel der gesamten in Österreich produzierten Milch hergestellt.Land schafft Leben
NOEN

Spricht man von Milch, ist damit in aller Regel Kuhmilch gemeint. Diese ist schon seit etwa 7.500 Jahren als Nahrung der Menschen in Europa verbreitet.

Vor allem in den letzten Jahren ist die Milch jedoch stark in die Kritik geraten. Sie soll das Risiko für Herz- und Kreislaufkrankheiten und Krebs erhöhen. Laut traditioneller chinesischer Medizin ist die Milch auch für eine Verschleimung der Atemwege verantwortlich.

Aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zeichnen ein anderes Bild. Milch sei nur dann gefährlich für die Gesundheit, wenn man von einer Laktoseintoleranz oder einer Kuhmilcheiweißallergie betroffen ist. Von Laktoseintoleranz spricht man, wenn man Milchzucker nicht oder nur in geringen Mengen verträgt.

Betroffenen fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker im Darm spaltet, oder sie produzieren dieses nur in geringen Mengen. Bei einer Kuhmilcheiweißallergie reagiert der Körper auf das in der Milch enthaltene Eiweiß mit einer allergischen Reaktion. Für Menschen, die Milch gut vertragen, gilt die Devise: Genießt man die Milch in Maßen, ist sie nicht gefährlich, sondern kann als Quelle für wichtige Nährstoffe dienen. Zu den wichtigsten Nährstoffen in der Milch zählen Fett und Eiweiß, der Mineralstoff Kalzium sowie verschiedene B-Vitamine.

Der Zusammenhang zwischen Milch und Herz- und Kreislaufkrankheiten hat mit dem Milchfett zu tun. Dieses besteht zu etwa 70 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Von diesen gesättigten Fettsäuren sollten nicht zu viele konsumiert werden, da sie sich negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken. Ist dieser zu hoch, können Gefäßverkalkungen die Folge sein.

Wie stark die Auswirkungen des Cholesterins aus der Nahrung sind, hängt jedoch stark von der individuellen Person ab. Und sogar das Futter der Milchkuh kann eine Rolle spielen: Je mehr Grünfutter diese frisst, desto höher ist der Anteil an Omega-3-Fettsäuren in der Milch.

Diese senken den Gesamtcholesterinspiegel. Das trifft vor allem auf Wiesen- oder Weidemilch zu. Wie bei allen anderen Krankheiten ist ausschlaggebend, was sonst noch auf dem Speiseplan steht und ob das Normalgewicht gehalten wird.

Auch Krebs, vor allem Prostatakrebs, wird mit dem Genuss von Milch in Verbindung gebracht. Dennoch müssen Männer nicht auf Milch verzichten: Ganze fünf Gläser Milch, also
etwa 1.250 Milliliter, pro Tag sind laut aktuellem Forschungsstand noch im Rahmen, wenn es nur um die Vorbeugung von Prostatakrebs geht. Das Gleiche gilt übrigens auch für alle anderen mit Kalzium angereicherten Getreidedrinks oder Joghurts.

Generell muss man Milch also nicht meiden, sondern sollte vor allem auf die Menge achten. Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen drei Portionen Milch und Milchprodukte täglich. Dabei gilt die einfache Regel: zweimal weiß und einmal gelb. Zu den weißen Portionen zählen Produkte wie Milch, Joghurt, Buttermilch, Hüttenkäse und Topfen, zu den gelben Portionen Käse.

Eine Kooperation der Initiative Land schafft Leben mit der NÖN