Neue Regeln für Ärztebereitschaft. Der Wochenenddienst für Hausärzte wird freiwillig und besser bezahlt.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 12. Juni 2019 (09:06)
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Durch die Neuregelung öffnen nun in ganz NÖ Ärzte am Wochenende zur gleichen Zeit.

Wer am Wochenende oder an Feiertagen einen Hausarzt braucht, der kann künftig von 9 bis 11 Uhr in die Ordination des jeweiligen Bereitschaftsarztes kommen. Diese Öffnungszeiten waren bisher unterschiedlich. Ab 1. Juli sind sie in ganz NÖ einheitlich.

Grund dafür ist eine neue Regelung des Bereitschaftsdienstes. Sie war nötig, weil durch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Niederösterreichs Hausärzte nicht mehr verpflichtet waren, an Wochenenden oder Feiertagen Bereitschaftsdienst zu machen.

Was sonst noch neu ist? Das Honorar wird deutlich erhöht – für Bereitschaft, Visiten und Ordination. Das verursacht, NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter zufolge, im zweiten Halbjahr Mehrkosten von 900.000 Euro. Also rund 26 Prozent mehr.

Die Teilnahme am Bereitschaftsdienst ist freiwillig. Positive Erfahrungen dazu hat man bereits bei Notruf NÖ mit der Nacht-Bereitschaft gemacht.

Neu ist auch, dass die Bereitschaft – Ordinationszeiten plus Visiten davor und danach – nicht wie bisher zwölf, sondern nur sechs Stunden dauert: von 8 bis 14 Uhr. Damit könnten Ärzte nun auch am Montag danach ausgeruht arbeiten, so Kurienobmann Dietmar Baumgartner.

„Eine ausgezeichnete Lösung für alle Beteiligten“, so NÖ Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner. Insbesondere für die Patienten, ergänzen Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Nögus-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger. Details, wie eine mögliche Teilnahme von Wahlärzten, will man bis Jahresende klären.