Wunschlos sterben dürfen

In den NÖ-Hospizen können sich Patienten ihre letzten Lebenswünsche erfüllen.

Erstellt am 05. November 2021 | 05:31
Erika Gößnitzer ist Palliativ-Pflegekraft im Hospiz Tulln.
Erika Gößnitzer ist Palliativ-Pflegekraft im Hospiz Tulln.
Foto: Rosenheim Tulln

In Horn, Melk, Mistelbach, Mödling, St. Pölten, Wr. Neustadt und Tulln befinden sich Niederösterreichs stationäre Hospize mit Palliativpflege. Sie sind Orte für jene Niederösterreicher, die keine Aussicht auf Heilung haben. Der Standort wird nicht vom Patienten selbst gewählt: das am schnellsten verfügbare Bett entscheidet.

Die dortige Therapie soll zur Schmerzminderung beitragen, der Gesundheitszustand wird aber in den meisten Fällen nicht mehr verbessert. Viel wichtiger ist in den Hospizen daher die Gestaltung der letzten Stunden, Tage oder auch Monate eines Lebens, die ein „wunschloses Sterben“ ermöglichen wollen.

„Meine Aufgabe ist es, diesen letzten schweren Weg so leicht und angenehm wie möglich zu gestalten“, sagt Palliativ-Diplompflegerin Erika Gößnitzer vom Hospiz in Tulln. Auf ihrer Station darf sich jeder sein Zimmer gestalten, wie er möchte, und auch die Gemeinschaftsräume, wo die Patienten ähnlich wie zuhause Entspannungsbäder nehmen können, benützen.

Um das „wunschlose Sterben“ im Endeffekt umzusetzen, wurde im Jahr 2009 der Verein Hospiz und Palliative Care Tulln gegründet. Dieser Verein investiert in letzte Herzenswünsche der Bewohner, etwa einen Rundflug über den Ötscher, einen Besuch am Pferdehof oder eine letzte Maniküre.

Alle sechs Monate muss der Gesundheitszustand der Patienten „generalüberprüft“ werden. Sollte ein sogenannter Stillstand der Krankheit vorliegen, darf der Patient auch wieder entlassen und die palliative Pflege unterbrochen werden.

In den meisten Fällen ist das Hospiz aber die letzte Station des Lebens. In einem schlicht eingerichteten Raum am Ende der Palliativstation darf der Sterbende begleitet seine letzten Stunden verbringen. In diesem Abschiedsraum sind schon viele für immer eingeschlafen und haben so ihre letzte Ruhe gefunden.