Heimhilfe: Es gibt freie Kapazitäten. Wegen der Coronakrise haben viele Kunden mobile Pflegerinnen abbestellt.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 06. Mai 2020 (04:41)
Jeder, der Pflege braucht, bekommt sie, versichern die Betreiber. Derzeit gibt es freie Kapazitäten bei der mobilen Heimhilfe.
APA/Fohringer

Rund 1.000 Heimhilfen hat das Hilfswerk in NÖ. Viele Heimhilfe-Stunden wurden nach dem Lockdown abgesagt, weil Betreute oder Angehörige bezüglich der Ansteckungsgefahr mit Covid-19 verunsichert waren oder auch, weil Angehörige im Homeoffice, der Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit diese Dienste nun selber leisten konnten – oder mussten.

Daher verfügt das Hilfswerk im Moment über Überkapazitäten. „Wir können noch zusätzliche Kunden aufnehmen“, sagt Hilfswerk-Sprecherin Petra Satzinger. Heimhelferinnen bilden das niedrigschwelligste Angebot der mobilen Pflege und Betreuung, sie helfen im Haushalt, erledigen Besorgungen oder gehen mit ihren Kunden spazieren.

Das Hilfswerk hat für seine mobilen Dienste als größter Anbieter rund 8.500 Kunden in NÖ, das sind etwa 50 Prozent des gesamten Aufkommens. Die andere Hälfte teilen sich Volkshilfe, Caritas und Rotes Kreuz.

„Inzwischen haben wir alle gelernt, mit dem Coronavirus umzugehen“ Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe NÖ

„Die vergangenen Wochen waren vermutlich für viele Kunden schwierig, möglicherweise sogar beängstigend. Einige reduzierten aus Sorge um ihre Gesundheit Betreuungs- und Pflegetätigkeiten oder setzten die Betreuung sogar aus“, bestätigt auch Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe NÖ. „Das ist nicht mehr nötig“, versichert Sacher, „inzwischen haben wir alle gelernt, mit dem Coronavirus umzugehen.“

Volkshilfe-Geschäftsführer Gregor Tomschizek hält fest, dass alle Mitarbeiterinnen selbstverständlich bei ihren Tätigkeiten Mund-Nasen-Schutzmasken tragen. Das Team der Volkshilfe NÖ sei in allen Bereichen voll einsatzbereit.

In der Diözese St. Pölten betreut die Caritas aktuell rund 2.800 Kunden, „Anfang März waren es knapp über 3.000“, berichtet auch Sprecher Christoph Riedl von einem leichten Rückgang. „Das Land Niederösterreich“, sagt Riedl, „hat wegen der Ungewissheit im März auch empfohlen, den niederschwelligen Pflegebereich zurückzuschrauben“, das wirke sich jetzt aus. Der Rückgang sei übrigens regional nicht zuordenbar, betreffe sowohl ländliche Regionen als auch den städtischen Bereich.

Alle Pflege-Organisationen betonen, Mitarbeiter wie Kunden zu schützen, man sei aus der täglichen Arbeit mit höchsten Hygienestandards vertraut. Und: Wer Pflege brauche, der bekomme sie auch. „Pflege ist sicher“, sagt Christoph Riedl.