200.000 Niederösterreicher leiden an Inkontinenz

Jedes Jahr widmet sich das Hilfswerk Österreich einem speziellen Fachschwerpunkt. Nach Druckgeschwüren, Rheuma und Demenz wird in diesem Jahr das Tabuthema Inkontinenz aufgegriffen. In Österreich sind nämlich knapp eine Million Menschen von Inkontinenz betroffen. Davon bereits rund 200.000 in Niederösterreich. Dennoch spreche man laut Hilfswerk Österreich noch immer zu wenig darüber.

Erstellt am 01. Juli 2021 | 17:01
Inkontinenz Symbolbild
Foto: ANN PATCHANAN/shutterstock.com

Durch Informationsarbeit und zahlreichen Bildungsveranstaltungen soll nun aber mehr Bewusstsein für die Krankheit geschaffen werden. Außerdem hat das Hilfswerk einen Ratgeber erstellt, der Betroffenen und deren Angehörige das Leben mit Inkontinenz erleichtern soll.

Die Ursachen für eine Inkontinenz sind vielfältig. Neben einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, einem instabilen Blasenmuskel oder einer Verletzung des Schließmuskels nach einer Prostataoperation, können zum Beispiel auch psychische Belastungen der Auslöser sein. Aber auch Erkrankungen, wie Multiple Sklerose oder Demenz hängen häufig mit Inkontinenz zusammen.

Laut dem Ratgeber des Hilfswerk Österreich sei Inkontinenz in vielen Fällen aber kein Schicksal, sondern könne gut behandelt werden. Bereits kleine Maßnahmen, wie etwa ein Trink-und Ausscheidungsprotokoll, tragen zu einem besseren Umgang mit der Krankheit bei. Anhand des Protokolls sei die Selbstbeobachtung effizienter und die eigenen Gewohnheiten kämen besser zum Vorschein.

Aber auch tägliche Bewegung an der frischen Luft tue dem Organismus gut und halte den Verdauungsapparat aktiv. Besonders hilfreich sei aber auch die Beckenbodengymnastik, um die Muskulatur vor allem in diesem Bereich zu stärken. Außerdem gebe es medikamentöse Behandlungen. Geheilt werde man laut dem Ratgeber dadurch aber nicht.

Mehr Information: www.hilfswerk.at/oesterreich/pflegekompass/aelterwerden-gesundheit-seele/inkontinenz/