Weniger gehobene Pflege?. Anliegen der Gesundheitsberufe in NÖ standen in St. Pölten im Zentrum, darunter auch die Pflegenovelle.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 18. Mai 2015 (09:01)
NOEN, NÖN
Am Tag der Gesundheitsberufe: Brigitte Adler (rechts), Vizepräsidentin der NÖ Arbeiterkammer, ist für qualifiziertes Personal.
In Zukunft soll die gehobene Pflege nicht mehr an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, sondern an Fachhochschulen ausgebildet werden.

„Gewerkschaften fordern schon lange die Akademisierung der Pflege“, so NÖ-Arbeiterkammer-Vizepräsidentin Brigitte Adler am „Tag der Gesundheitsberufe in NÖ“ von NÖ Arbeiter- und NÖ Ärztekammer in St. Pölten. Allerdings wird befürchtet, dass dadurch Schulen bedroht sind. „Wir werden vehement einfordern, diese Schulen nicht zu schließen“, so Adler. Laut NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) gibt es dazu derzeit keine Pläne. Diese Schulen würden künftig die Pflegeassistenz und zusätzlich die neue Pflege-Fachassistenz ausbilden.

Tendenz zu Hilfsberufen erkennbar

Die gehobene Pflege wiederum wird in Zukunft an den FHs ausgebildet. Diese bieten weniger Ausbildungsplätze und damit befürchtet man, dass es weniger Absolventen geben wird. Hierzu betont der NÖGUS, dass man praxis- und bedarfsorientiert ausbilden will, je nachdem, wie viele Pflegekräfte gebraucht werden.

Für Günter Flemmich, Gesundheitsexperte der AK Wien, bedeutet all das: „Es ist eine Tendenz zu Hilfsberufen zu erkennen. Dies entspricht einer Dequalifikation im Gesundheitswesen.“ Derzeit ist das Verhältnis von gehobener Pflege zu Pflegehilfe auf Stationen 80 zu 20. „Die Gefahr ist sehr hoch, dass nur noch ein Diplomierter auf der Station sein wird, der das Hilfsteam managt. Das gilt es zu verhindern, für die Qualität für die Patienten“, so Adler.