Ärztliche Beratung per App. Coronakrise beschleunigte Entwicklungen in Bereich, der bereits eine hohe Nachfrage genießt. Kassen suchen jetzt nach neuen Strategien.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 19. August 2020 (01:08)
Ärztin Alexandra Lang-Adolph bietet ihre Dienste via App an.
drd

Die Macher der APP „drd doctors online“ haben im Frühjahr die Gunst der Stunde genutzt. Mittlerweile nutzen nach Angaben der Betreiber 10.000 Personen die telemedizinische Applikation, die mit Online-Sprechstunden, Sofortüberweisungen oder papierlosen Rezepten sowie einer Facharzt-Suche wirbt.

Allgemeinmedizinerin und Wahlärztin Alexandra Lang-Adolph aus Hollabrunn bietet ihre Dienste über die APP an un meint: „Ein Großteil des medizinischen Spektrums kann mittels Videotelefonie ausreichend beschrieben und therapiert werden.“

„Drd“ ist für den Endnutzer zwar nicht kostenlos, aber dennoch ein Beispiel für die spätestens seit Einsetzen der Corona-Pandemie rasant voranschreitenden Entwicklungen im Bereich Telemedizin. Medizinische Leistungen über Telefon oder Videoschaltungen wurden plötzlich salonfähig, ebenso wie die papierlose Form des Rezeptes. Bis 31. August können auch Krankmeldungen noch per Telefon erteilt werden.

Die Krankenkassen unterstützen diese Teleleistungen. Apps, in denen beispielsweise Kassenärzte aus NÖ Dienste anbieten, sind etwa bei der Österreichischen Gesundheitskasse derzeit aber nicht bekannt.

Dennoch haben auch die Sozialversicherungsträger erkannt, dass es künftig ohne diesen Bereich nicht mehr gehen wird. „Das ist ein großes strategisches Thema“, erklärt eine Sprecherin der Gesundheitskasse.

Wie berichtet, wird etwa das E-Rezept ab 2021 zum Standard. Das begrüßt auch die Ärztekammer NÖ, für die eine komplikationslose Abwicklung für Patienten im Vordergrund steht.