Reibereien bei der Gesundheitsreform. NÖ Gebietskrankenkasse und Land NÖ: keine Einigung bei drei Projekten.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 01. Juni 2015 (09:42)
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Ebenfalls Thema bei der Landeszielsteuerungskommission war auch die Bestellung des neuen NÖ Landes-Zielsteuerungskoordinator: Thomas Gamsjäger, Ärztlicher Direktor im Klinikum St.Pölten/Lilienfeld. Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka gratulierte.
NOEN, Haiderer
Vor etwa einem Jahr wurde der NÖ Landes-Zielsteuerungsvertrag unterzeichnet. Darin beschließen Land NÖ und die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) einmütig die Arbeitsprogramme der Gesundheitsreform. In der jüngsten Sitzung begann es sich aber erstmalig zu spießen. Speziell zwischen Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka und NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek.

Zwei Drittel der Maßnahmen auf "grün"

Das aktuelle Jahresarbeitsprogramm umfasst 42 Maßnahmen. „Zwei Drittel davon sind auf grün“, freut sich Wolfgang Sobotka. Das zeige, dass die Kooperation funktioniere. Aber: Nicht beschlossen wurde bei der vorwöchigen Kommissionssitzung das telefon- und webbasierte Erstkontakt- und Beratungsservice TEWEB, was Sobotka nicht verstehen kann und deswegen besonders kritisiert, weil sich NÖ dafür stark macht. Grund für die Beschluss-Verweigerung war laut Generaldirektor Jan Pazourek, dass dieser Punkt nicht ordnungsgemäß eingebracht worden war: „Es ist ein gutes Projekt. Nur ist es nicht auf der Tagesordnung gestanden.“

Abgelehnt wurde vonseiten der Gebietskrankenkasse auch der Bericht zur psychiatrischen Evaluierung. „Weil der Bericht verbesserungswürdig ist“, so Pazourek. Unter anderem bei manchen Zahlen.

Sobotka: „Wir lassen keine Eiszeiten zu“

Einigkeit gab es auch keine bei der Magnetresonanztomografie. Immer mehr Untersuchungen würden, so Pazourek, im niedergelassenen Bereich gemacht werden, immer weniger in den Krankenhäusern. Und das, obwohl die Untersuchungen in einem Pauschalbetrag an die Kliniken enthalten seien, und die Geräte im Spital häufiger genutzt werden könnten.

Von diesen Differenzen wollen sich beide aber nicht aufhalten lassen. Sobotka: „Wir lassen keine Eiszeiten zu.“ Und Pazourek: „Wir müssen in den nächsten Wochen eine Gesprächsebene finden.“