Start-up inspiziert Windkraftanlagen aus der Luft . Windkraftanlagen aus der Luft zu inspizieren, das ist das Ziel des Start-ups Aero Enterprise, das 2013 in St. Valentin gegründet wurde.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 29. Mai 2018 (04:57)
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Was früher Kletterer erledigen mussten, macht der kleine Helikopter nun ganz selbstständig: Die Inspektion von Windrädern. Noch während des Fluges des Mini-Helikopters werden die Daten in der mobilen Bodenstation ausgewertet. Schäden an Rotorblättern kann der SensorCoptor mit einer eingebauten Kamera erfassen.  
Aero Enterprise

Früher war es nur durch Industriekletterer möglich, Schäden an Windrädern zu erkennen. Der 21 Kilo schwere Mini-Helikopter, der von Aero Enterprise entwickelt wurde, übernimmt diese Aufgabe souverän und trägt so maßgeblich zur Wartung von Windkraftanlagen bei. Gründer des Unternehmens ist Robert Hörmann, der jahrelang Pilot bei der deutschen Bundeswehr war. Gemeinsam mit dem österreichischen Techniker und Consultant Peter Kurt Fromme-Knoch ist er Geschäftsführer von Aero Enterprise. Mittlerweile ist das Start-Up im Jungunternehmerzentrum „Neue Werft“ in Linz angesiedelt und hat schon zahlreiche Preise im Bereich Innovation gewonnen.

Ein Helikopter inspiziert

SensorCoptor heißt das Herzstück des Unternehmens, ein unbemannter Helikopter mit einer Rotorspanne von zwei Metern. Mit dazu gehört eine mobile Bodenstation sowie eine Analysesoftware mit Datenbank. Mit einer Spiegelreflex- sowie einer Infrarotkamera entgeht dem Helikopter nichts. Bei Start und Landung muss vom Boden aus ein Pilot nachhelfen, ansonsten erfolgt der automatische Präzisionsflug über Autopilot entlang des Zielobjektes, z. B. eines Rotorblattes.

Im Vergleich zu Drohnen gibt es einige Vorteile, die sich Aero Enterprise zu Nutzen macht: „Das Hubschrauberdesign ermöglicht eine viel längere Flugzeit und auch eine stabilere Lage in der Luft bei höheren Windgeschwindigkeiten“, erklärt Robert Hörmann. Der Hightech-Helikopter kann mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h fliegen, die aber selten ausgereizt wird. Ein stabiler Flug ist am allerwichtigsten, denn in einer Höhe von bis zu 140 Metern ist es hoch oben bei einem Windrad naturgemäß recht windig.

Was früher Kletterer erledigen mussten, macht der kleine Helikopter nun ganz selbstständig: Die Inspektion von Windrädern. Noch während des Fluges des Mini-Helikopters werden die Daten in der mobilen Bodenstation ausgewertet. Schäden an Rotorblättern kann der SensorCoptor mit einer eingebauten Kamera erfassen.  
Aero Enterprise

Dennoch lässt sich der SensorCoptor nicht aus der Ruhe bringen und liefert gestochen scharfe Fotos. Diese Daten werden mittels der ebenso selbst entwickelten Software AERO-Lyse auf Schäden oder Auffälligkeiten jeder Art analysiert und anschließend für die Langzeitbeobachtung archiviert. Die Schadstellen können dann sofort von den Windkraftbetreibern repariert werden. Ein einzigartiges Konzept, so Hörmann: „Es ist das weltweit erste luftgestützte Qualitätssicherungssystem zur Inspektion von Windkraftanlagen.“

Doch nicht nur Windräder können mit dem Mini-Helikopter genauestens unter die Lupe genommen werden. Auch für Brücken und Staudämme lässt sich die Technik ideal einsetzen. Zahlreiche Flüge im In- und Ausland hat der SensorCoptor schon erfolgreich hinter sich gebracht. Das nächste große Projekt ist es nun, den Helikopter auch für Offshore-Anlagen flugtauglich zu machen. Denn draußen am Meer sind die Anforderungen natürlich anders, da höhere Windgeschwindigkeiten und eine größere Korrosionsgefahr vorherrschen.

Von Sophie Kronberger/NÖN-Sonderjournal-Redaktion