Global 2000 warnt: Giftige Weihnachtsdeko. Die Umweltschutzorganisation ließ 26 Weihnachtsdeko-Artikel wie Christbaumkugeln auf Schadstoffe testen. Die Hälfte davon erhielt besorgniserregende Substanzen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2019 (09:44)
Besorgniserregende Substanzen sind in rund der Hälfte der getesteten Weihnachtsdeko-Artikel zu finden.
Global 2000

Weichmacher oder Flammschutzmittel sind es, die laut dem Test von Global 2000 in Christbaumkugeln, künstlichen Weihnachtsbäumen und Lichterketten gefunden wurden. Die Umweltschutzorganisation hat diese stichprobenartig auf Schadstoffe untersucht. Laut Global 2000 dürften fast 40 Prozent der getesteten Artikel wegen einer zu hohen Schadstoffkonzentration gar nicht verkauft werden. 

Waltraud Novak, GLOBAL 2000 Chemikalien-Expertin, zu den Ergebnissen: „In allen vier geprüften Lichterketten fanden wir erhöhte Werte von Weichmachern. Gemäß der EU Elektro-Richtlinie dürfen Produkte bereits ab Konzentrationen über 0,1 Prozent nicht verkauft werden. In unserem Test haben wir aber bis zu 27 Prozent gefunden, also 270-mal über dem Grenzwert.“ 

Chlorparaffine in Weihnachtsbäumen

In mehreren künstlichen Weihnachtsbäumen wurden außerdem sogenannte kurzkettige Chlorparaffine (SCCP) gefunden. Das sind laut Global 2000 extrem langlebige Schadstoffe, die sich in Gewässern und Böden anreichern und deswegen in der europäischen Verordnung für persistente organische Schadstoffe (POP-Verordnung) mit einem Höchstwert von 0,15 Prozent geregelt sind. Drei der getesteten Weihnachtsbäume haben diesen Grenzwert überschritten. Außerdem sind drei Christbaumkugelsets wegen überhöhter Gehalte des Flammschutzmittels Deca-BDE für den Verkauf unzulässig.  

Strengere Kontrollen gefordert

„Viele der Schadstoffe, die wir in unserem Weihnachtstest gefunden haben, sind hormonell wirksam. Diese Substanzen können schon in geringsten Konzentrationen in das Hormonsystem eingreifen und sind gerade für Kinder, die sich ja noch in Entwicklung befinden, besonders problematisch“, erklärt Novak. „Auf unsere Anfragen hin wurden die meisten betroffenen Produkte bereits aus dem Verkauf genommen. Jedoch war Spar der einzige Anbieter, der seinen künstlichen Weihnachtsbaum, ‚SIMPEX Basic Celebration pink‘ offiziell zurückgerufen hat“, berichtet die Umweltschützerin. „Unser Test zeigt aber ein generelles Problem auf: Besorgniserregende Substanzen haben nichts in Alltagsgegenständen verloren. Wir fordern den raschen Ersatz von giftigen Chemikalien durch sichere Alternativen. Firmen müssen ihre Lieferketten besser unter Kontrolle haben und der Gesetzgeber ist gefordert, Unternehmen in ihren Bemühungen um Ersatz durch Förderung der Forschung zu unterstützen. Gleichzeitig sind aber eindeutig auch strengere und durchgängige Kontrollen nötig“, fordert Novak. 

Global 2000 empfiehlt, auf natürliche Deko wie Weihnachtsschmuck aus Holz, Stroh oder Glas und Kerzen aus Bienenwachs zurückzugreifen und regionale, biologische Christbäume zu kaufen.

Die Tests wurden im Rahmen des EU Projektes LIFE AskREACH durchgeführt, das vom EU LIFE Programm finanziert und vom BMNT und BMASGK unterstützt wird.