Österreich

Erstellt am 20. Oktober 2018, 09:44

von Teresa Sturm

Gefördert und gefordert zum Eigenheim. Wer in Niederösterreich baut, braucht einen Energieausweis. Doch was genau bringt das überhaupt?

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Ohne geht’s kaum. Wer unter die Häuslbauer geht, braucht neben Eigenkapital und einem Kredit auch Förderungen, um sich den Traum eines Hauses zu erfüllen. Dafür wichtig ist der Energieausweis, doch was genau ist das überhaupt?

Darin finden sich essenzielle Kennwerte zum Haus. Etwa Zahlen dazu, welcher Heizenergieverbrauch zu erwarten ist und die Energiezahl (= der spezifische Heizwärmebedarf). Oft wird auch der „Gesamt-Energie-Effizienz-Faktor“ (fGEE) angeführt, den es noch nicht so lange gibt. Er stellt einen Vergleichswert mit einem Referenzgebäude dar. Was in NÖ in einem Energieausweis steht, muss nicht auch in jedem anderen Bundesland zutreffen.

Bereits beim behördlichen Bauverfahren braucht ein neues Gebäude einen Energieausweis. Aber auch, wenn saniert wird oder etwas dazugebaut wird, ist er nötig. Vermieten, verkaufen oder verpachten kann man eine Wohnung oder ein Haus außerdem auch nur, wenn man einen Energieausweis vorlegen kann.

Förderung des Hauses nur mit Energieausweis

Für Hausbauer ist wichtig: Um Förderung für den Neubau zu erhalten, muss der Energieausweis vorgezeigt werden. Die Förderung für die Errichtung von Eigenheimen erfolgt in Form eines Darlehens des Landes

NÖ mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren (mit 1 Prozent verzinst). Als Voraussetzung für die Zuerkennung einer Förderung gilt ein Mindeststandard beim Heizwärmebedarf. Die förderungsrelevante Kennzahl (HeizWärmeBedarf) wird stark von der Kompaktheit des Gebäudes beeinflusst. Die Kompaktheit eines Gebäudes wird im A/V-Verhältnis dargestellt.

Dieses Verhältnis lässt sich durch die Summe der Außenflächen A (wie Fenster, Außenwände, Kellerdecke, Obergeschoßdecke) und das beheizte Volumen V (Summe des von den Außenflächen umschlossenen Volumens) des Hauses errechnen. Dividiert man A durch V, so erhält man das A/V-Verhältnis. Kompaktes Bauen bedeutet, das A/V-Verhältnis so gering wie möglich zu halten.

Die Energiekennzahl (Heizwärmebedarf) gibt an, wie viel Heizwärme das berechnete Gebäude im Jahr unter genormten Bedingungen am tatsächlichen Standort benötigt. Für die Förderung wird die Energiekennzahl mit dem Referenzklima von 3.400 Kd/a (Heizgradtage) herangezogen.

Nachhaltige Bauweise wird vom Land belohnt

Maximal 100 Punkte können für eine energiesparende und nachhaltige Bauweise zuerkannt werden. Jeder Punkt ist 300 Euro wert. Somit können insgesamt Fördermittel in der Höhe von 30.000 Euro auf Basis des Energieausweises und der Nachhaltigkeit zuerkannt werden.

Die Punkte können auf viele verschiedene Arten gesammelt werden. Etwa beim Einbau eines Wohnraumlüftungskompaktgerätes mit Wärmerückgewinnung einschließlich Warmwasseraufbereitungsfunktion (Wärmepumpe) können 10 Punkte für die Wohnraumlüftungsfunktion zuerkannt werden.

Auch die Wahl der Baustoffe bei der Errichtung wirkt sich aus: Bei den ökologischen Standards wird beachtet, ob es nachwachsende Rohstoffe sind und ob der Transportaufwand minimal war. Auch die ÖKO-Kennzahl wird bewertet. Diese gibt die ökologische Belastung, die für die Umwelt bei der Herstellung einer Gebäudehülle entsteht, an.