Was die Natur im Garten braucht. Keine Pestizide, ein ausgereifter Kompost & dazu heimische Pflanzen: Die „Natur im Garten“-Aktion zeigt, wie’s geht.

Erstellt am 16. Oktober 2014 (15:10)
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Der Boden und die Pflanzen, seien sie noch so klein, sollen möglichst schonend in einem naturnahen Garten behandelt werden.
Ein Gärtnermeister erklärt, wie Schädlinge umweltschonend bekämpft werden können. Die Caritas-Behinderteneinrichtung der Stadt Retz im Weinviertel zeigt in ihrem Schaugarten, wie viele Salbei-Arten existieren. Eine Gemeinde probiert aus, welche Anbauform für seltene Erdäpfel-Sorten am besten ist. Sie alle sind Teil der „Natur im Garten“-Aktion, ausgerufen vom Land Niederösterreich.

Das Projekt soll die Akzeptanz für eine ökologisch sinnvolle und nachhaltige Grünraumgestaltung stärken, möchte die dazu nötigen Kenntnisse vermitteln und unterstützt Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Das Land vergibt dafür einmalige Finanzbeihilfen vorwiegend an öffentliche Institutionen, wenn die Richtlinien eingehalten werden.

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Die wichtigste Regel ist der Einsatz von umweltverträglichen Mitteln. „Alles, was mit Gift zu tun hat, hat bei uns keinen Platz“, bringt’s Gerhard Klestorfer auf den Punkt. Er ist für das Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft, zuständig.

Nicht gegen die Natur, sondern mit ihr

Der Umwelt zuliebe soll der Boden und Pflanzen schonend behandelt und das Grundwasser nicht verunreinigt werden. Die Pestizide beschränken sich deswegen auf jene Erzeugnisse, die in der biologischen Landwirtschaft zugelassen sind. Alternativen für die chemisch-synthetischen Dünger sind organische Mittel – wie Tier-Mist. Die pure Natur landet so wieder im Boden. Doch Vorsicht: Nicht alles Ursprüngliche hat etwas im Naturgarten verloren.

Torf ist nämlich ein Tabu. Der Grund ist schnell erklärt: Der Abbau des Naturprodukts setzt den Mooren erheblich zu. Die meisten österreichischen Moore sind geschützt. Die wertvollen Biotope können viel mehr Kohlendioxid speichern als Wälder, wachsen allerdings sehr langsam nach. Torf wird zum Beispiel in Deutschland für die Blumenerde abgebaut.

Für den Gärtner ist das Material aber nicht unbedingt erforderlich.
„Im Garten braucht man Torf sowieso nicht“, informiert Peter Santner, einer der „Natur im Garten“-Experten des Landes. „Da gibt’s viele Mittel, die sogar besser sind.“ Ein ausgereifter Kompost verbessert die Bodeneigenschaften erheblich.

Apropos Boden: Er gibt darüber Auskunft, welche Pflanzen am besten mit seiner Hilfe gedeihen können. Grundsätzlich sollte im Naturgarten auf vielfältige Strukturen und Arten bei der Bepflanzung geachtet werden. Einfach drauflos kaufen sollte man dennoch nicht.

Pflanzen aus der Region kaufen

Das Credo hierbei lautet: Die Pflanzen sollten heimisch und standortgerecht (beziehungsweise ökologisch wertvoll) sein, am besten aus der unmittelbaren Region und biologischer Produktion. Eine Fachberatung des „Natur im Garten“-Teams ist da nicht nur nützlich, sondern auch Pflicht.

Der Zustand des öffentlich zugänglichen Naturgartens soll mindestens zehn Jahre erhalten bleiben und muss von qualifizierten Personen gepflegt werden. Übrigens: Die Gewährung der Förderung für Privatgärten ist zwar stark eingeschränkt, aber nicht gänzlich unmöglich.

Einzelne Personen mit innovativen Ideen, die im Schaugarten-Netzwerk noch fehlen, können durchaus Chancen haben. Dasselbe gilt für Menschen, die mit Konzepten oder Forschungen das ökologische Gärtnern weiterbringen. „Natürlich ist das sehr selten der Fall“, betont Santner. „Prinzipiell ist aber die Aktion offen für Private.“
 

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