Rücktritte von Lebensversicherungen: Neue Bestimmungen. Nicht eindeutig geklärt war bisher, wie viel Kunden zurückbekommen, wenn sie aufgrund mangelhafter Belehrung von einer Lebensversicherung zurücktreten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 04. November 2018 (23:59)
Wer eine Lebensversicherung abschließt, muss auch über Rücktrittsmöglichkeiten informiert werden. Ist diese Belehrung mangelhaft, kann man vom Vertrag zurücktreten. Welche Auswirkungen das hat, wurde im Sommer gesetzlich beschlossen.
fizkes/Shutterstock.com

Wie viel man zurückbekommt, wenn man von einer Lebensversicherung zurücktritt, weil man nicht oder nicht richtig über die Rücktrittsmöglichkeiten aufgeklärt wurde, war bisher nicht eindeutig geklärt.

Geregelt wurde das laut Versicherungsverband Österreich bisher in bis zu sechs unterschiedlichen Rücktrittsrechten bei Lebensversicherungen.

Das wiederum führte vor Gericht zu über 100 widersprüchlichen Urteilen, selbst wenn manche Fälle sehr ähnlich waren. Der Ausgang jedes Verfahrens war ungewiss.

Der Versicherungsverband setzte sich daher für eine Vereinfachung und Rechtssicherheit in dieser Frage ein.

Im Sommer wurde nun die diskutierte Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes, des Konsumentenschutzgesetzes und des Versicherungsaufsichtsgesetzes 2016 beschlossen und damit der Rücktritt von Lebensversicherungen neu geregelt.

Rücktritt im ersten Jahr: Alle Prämien zurück

Das Ergebnis: „Im Falle einer mangelhaften Belehrung soll ab 2019 Folgendes gelten: Bei einem Rücktritt im ersten Jahr soll die gesamte Prämie einschließlich der Abschlusskosten rückerstattet werden – Zinserstattung ist nicht vorgesehen“, verrät www.parlament.gv.at.

Und danach? „Ab dem zweiten bis zum Ende des fünften Jahres wird der Rückkaufswert ohne Abschlusskosten und ohne Stornogebühren ausbezahlt.“ Und: „Ab dem sechsten Jahr soll nur noch der Rückkaufswert abzüglich Stornogebühren erstattet werden.“