Die Zweige fürs Glück. Geschnitten werden sie rund um den 4. Dezember, die Kirschzweige, die nach althergebrachtem Brauch im nächsten Jahr Glück bringen sollen. Wie man sie zum Blühen bringt, wissen die Experten von Niederösterreichs "Natur im Garten"-Initiative.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 06. Dezember 2019 (10:04)
Symbolbild
images72 / Shutterstock.com

„Frühjahrsblüher verfügen über ein Pflanzenhormon, welches das Aufblühen der Knospen hemmt, bis die intensivsten Fröste vorüber sind. Erst der Kältereiz mit tiefen und nachfolgend milderen Temperaturen bricht die Knospenruhe. Das Hormon wird abgebaut und das Schwellen der Knospen eingeleitet“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

Denn wenn nach heimischer Tradition rund um den 4. Dezember Kirschzweige geschnitten werden, winken im darauffolgenden Jahr Glück und Segen - wenn sie zu Weihnachten blühen. Bei Süßkirschen werden zwei- oder mehrjährige Triebe gewählt, an deren kurzen Seitenverzweigungen die prallen, runden Blütenknospen sitzen. Hat es noch nicht gefroren, kann man die Zweige einen Tag in die Tiefkühltruhe legen, denn ohne Kältereiz erblühen die Knospen nicht.

Zweige nicht direkt über einen Heizkörper stellen

Danach werden die Zweige schräg angeschnitten und kurze Seitentriebe oberhalb der Schnittstelle, welche im Wasser stehen würden und faulen können, weggebrochen. Die Zweige in einer Vase mit lauwarmem Wasser an einen hellen, kühlen Ort stellen. Sobald die Knospen sichtlich geschwollen sind, kommt die Vase ans Fenster im warmen Zimmer.

Ein Wasserwechsel alle zwei Tage und ein erneuter Anschnitt nach Bedarf halten die Zweige bis zum Erblühen frisch. Für lange Freude an den zarten Blüten sollten die Zweige nicht direkt über einem Heizkörper stehen und regelmäßig mit Wasser besprüht werden. 

Barbarazweige kann man ebenso von der Kornelkirsche (Cornus mas) oder der Schlehe (Prunus spinosa) schneiden. Diese frühblühenden Gehölze sollten in jedem Naturgarten Platz finden, denn für viele Insektenarten sind sie nach dem Winter die erste und dadurch sehr wichtige Nahrungsquelle. Neben frühblühenden Knollen- und Zwiebelpflanzen sind besonders Salweide (Salix caprea) Haselnuss (Corylus avellana) oder Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) im zeitigen Frühjahr wahre Insektenmagneten. Frühe, duftende und üppige Blütenpracht bieten ebenso nicht heimische Ziergehölze wie Winterschneeball (Viburnum bodnantense ´Dawn´), Winterblüte (Chimonanthus praecox) oder Winter-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Hecken können übrigens, solange der Boden nicht gefroren ist, auch jetzt noch gepflanzt werden.   

www.naturimgarten.at