Was ist beim Hausbau oder -kauf zu beachten? . Ein Hausbau oder -kauf will gut geplant sein – auch finanziell. Um das eigene Budget im Auge zu behalten, gibt es einige Möglichkeiten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 31. Mai 2019 (04:00)
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Ein Kostenvoranschlag ist Pflicht – egal ob für einen Hausbau oder für kleinere Arbeiten.

Erste Möglichkeit: Finanzberater.

Dieser kann dabei helfen, den Überblick über die Finanzen zu behalten. Doch was macht er überhaupt und was kann er besser als viele von uns selbst?

Ein Vermögens- bzw. Finanzberater kennt den Markt für gewöhnlich sehr gut. Er weiß somit über sämtliche Angebote sowie Möglichkeiten Bescheid und kann Ersparnisse herausholen – teilweise in beträchtlicher Höhe.

Weiterer Vorteil: Ein seriöser Finanzberater ist unabhängig. In einem persönlichen Gespräch mit den Kunden werden unter anderem deren momentane und künftige Lebenssituationen, Versicherungen und Finanzierungsverträge sowie Schulden analysiert. Auf Basis dieser Informationen erstellt der Berater eine persönliche Finanzstrategie .

Diese beinhaltet Vorschläge dahingehend, was noch notwendig ist, was gemacht werden könnte und was vernachlässigt werden kann. Klar ist aber auch, dass eine Strategie so immer nur eine Momentaufnahme darstellt. Es gilt also, auf dem Laufenden zu bleiben und immer wieder Anpassungen vorzunehmen.

Ein seriöser Finanzberater sollte seine Kunden also begleiten. Ist dies nicht der Fall, bekommen diese oftmals ein schlechtes Bild. Daher noch ein Tipp: Wer sichergehen möchte, an der richtigen Adresse zu sein, kann sich nach der Ausbildung seines Beraters erkundigen. Ein Finanz- bzw. Vermögensberater sollte immer entsprechende staatliche Prüfungen abgelegt haben.

Zweite Möglichkeit: Leibrente.

Diese Art der Finanzierung betrifft einen Hauskauf. Normalerweise wird der Kaufpreis auf einmal entrichtet. Die Immobilie geht daraufhin direkt in den Besitz des Käufers über. Anders ist dies bei der Leibrente. Hierbei leistet der Käufer in regelmäßigen Abständen Zahlungen in vereinbarter Höhe an den Verkäufer, bis dieser stirbt. Mit dem Tod des Verkäufers geht die Immobilie in das Eigentum des Käufers über.

Dabei sind mehrere Varianten möglich:

1. Der Eigentümer zieht aus und überlässt das Haus sofort den künftigen Besitzern.

2. Der Eigentümer bleibt im Haus wohnen und die neuen Besitzer ziehen erst ein, wenn er verstorben ist.

3. Die Immobilie ist so groß, dass Eigentümer und Käufer gemeinsam darin wohnen können.

Die großen Vorteile dieser Finanzierungsform sind, dass die Verkäufer monatliche Zahlungen erhalten und sich so z. B. ihre Pension aufbessern können. Die Käufer können umgekehrt eine Immobilie erwerben, ohne auf einmal eine große Summe entrichten zu müssen.

Gleichzeitig ergeben sich für den Verkäufer ähnliche Risiken wie bei einer Vermietung: Der Käufer muss liquid sein. Die regelmäßigen Zahlungen sollten daher abgesichert werden, falls der Käufer seine Bonität verliert. Dies kann z. B. durch die Eintragung eines Pfandrechts im Grundbuch oder die Vorlage einer Bankgarantie geschehen. Zudem empfehlen Experten die Vereinbarung einer Wertsicherung bzw. Verzinsung, die an den Verbraucherpreisindex angelehnt ist. Damit steigt die Höhe der Leibrentenzahlung, wenn die Lebenshaltungskosten steigen. Das ist insofern wichtig, als man sonst schnell ein „Verlustgeschäft“ hat.

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Eine Leibrente hat viele Vor-, aber auch Nachteile – sowohl für den Verkäufer als auch für den Käufer.

Ein solches kann sich umgekehrt auch für den Käufer einstellen – nämlich leider dann, wenn der Verkäufer noch so lange lebt, dass die monatlichen Zahlungen letztlich den eigentlichen Wert der Immobilie übersteigen.
Ein Nachteil für den Käufer ist somit, dass im Vorhinein nicht klar ist, wie lang die Zahlungen dauern werden, weil dies davon abhängt, wie lange der Verkäufer lebt. Es sollten daher ein gesichertes, fixes Einkommen und eine größere Summe auf dem Sparbuch vorhanden sein, um die Zahlungen einhalten zu können – egal wie lange diese geleistet werden müssen.
Daher noch ein Tipp: Experten empfehlen, gut zu verhandeln. Nur wenn die Höhe der Leibrente für beide Parteien interessant und sinnstiftend ist, ist diese Möglichkeit eine echte Alternative zum normalen Kauf.

Drittens: Kostenvoranschlag.

Ein Kostenvoranschlag ist Pflicht – egal ob es um den Hausbau oder nur um einzelne Arbeiten geht. Es handelt sich dabei um eine detaillierte Auflistung aller notwendigen Arbeiten und des benötigten Materials. Zudem werden die voraussichtlichen Kosten berechnet. Ob diese am Ende überschritten werden können, hängt von der Art des Voranschlags ab:
Ist dieser ohne Garantie, können die endgültigen Kosten unwesentlich höher sein. Ist eine beträchtliche Überschreitung unvermeidbar, hat der Unternehmer dem Käufer dies unverzüglich mitzuteilen, ansonsten verliert er jeden Anspruch auf die Mehrkosten.

Der Auftraggeber hat nach der Mitteilung die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten. Er muss dann nur das bisher Geleistete bezahlen.
Vorteilhafter für den Käufer ist somit ein Voranschlag mit Garantie: Bei diesem dürfen die Kosten höchstens unterschritten werden. Bei Verbrauchergeschäften liegt im Zweifel immer ein solcher garantierter Kostenvoranschlag vor. Dessen Gültigkeit gilt als gewährleistet, wenn nicht ausdrücklich das Gegenteil erklärt wurde.

Davon abgesehen gibt es auch die Möglichkeit, dass keine endgültigen Kosten angeführt wurden. In diesem Fall gilt ein angemessenes Entgelt als vereinbart, das von einem Sachverständigen ermittelt wird. Dabei werden alle Umstände und der übliche Preis berücksichtigt.

Zuletzt können auch sogenannte Schätzungsanschläge aufgesetzt werden. Bei diesem werden die voraussichtlichen Kosten nur überschlagsmäßig geschätzt. Eine Auflistung aller Leistungen und Materialien erfolgt nicht.

Sollte auf Drängen des Auftraggebers doch ein Betrag genannt werden, muss diesem klar sein, dass dieser im Endeffekt doch anders ausfallen kann – die genannte Summe ist in diesem Fall nur ein unverbindlicher Richtwert.  www.wohnnet.at