Bärlauch auch im Hausgarten ein "bäriges" Energiebündel. Der Bärlauch macht sich nicht nur im Wald sondern auch im eigenen Hausgarten gut. Das gesunde Wildkraut spendet viel Vitamin C und ist in der Küche ganz vielseitig einsetzbar.

Erstellt am 09. März 2018 (13:29)
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Der Geruch von Knoblauch liegt in der Luft, wenn die Sonnenstrahlen kräftiger werden und der Schnee schmilzt. Bärlauch gehört zu den ersten, aus Zwiebeln austreibenden Frühjahrsblühern. Wer jetzt dem Boden mehr Aufmerksamkeit schenkt, darf Vitaminreiches erwarten. Der Name beruht übrigens auf einer Legende.

Erzählt wird zumindest, dass Bären nach ihrem Winterschlaf zuerst seine heilkräftigen Blätter zu sich nahmen. Viele glaubten, die Kraft der großen Tiere käme von diesem Wildkraut. Sie brachten damit zum Ausdruck, dass der Bärlauch ein wahres Energiebündel ist: 50 Gramm der Blätter decken den Tagesbedarf an Vitamin C ab. Die Inhaltsstoffe wirken bakterienabtötend, verdauungsfördernd und blutverdünnend.

Bärlauch hat einen enormen Ausbreitungsdrang

Die ersten Frühblüher tauchen im März auf, im Mai erscheint der kugelförmige Blütenstand – weiß erstrahlend, sternförmig angeordnet und an eine Lilie erinnernd. Der Lebenszyklus ist Ende Juni abgeschlossen. Das Amaryllisgewächs ist in fast ganz Europa in schattigen und feuchten Wäldern bei Auen, unter Laubbäumen oder in Schluchten mit einer ausgeprägten Humusschicht verbreitet. Klug ausgepflanzt entwickelt er sich vorzüglich auch im Hausgarten.

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Der perfekte Standort ist ein leicht feuchter Humusboden im Halbschatten unter Bäumen – doch Vorsicht: Fühlt sich der Bärlauch einmal heimisch, bildet er nicht nur einen 30 Zentimeter hohen, schönen Teppich. Er hat auch einen enormen Ausbreitungsdrang. Manche Gärtner sehen deshalb von einer Auspflanzung ab, wenn Zeit und Muße für die Pflege fehlt. Das Wildkraut kann durch rechtzeitiges Zupfen und Jäten im Zaum gehalten werden. Abhilfe schafft zudem die Rhizomsperre: Die Folie wird ins Erdreich eingebaut und verhindert eine weitere Ausbreitung der Wurzeln.

Erntezeit für Bärlauch ist im April und Mai

Bärlauch sollte gleich als Pflanze eingesetzt werden: Die Samen benötigen 14 bis 24 Monate, bis sie keimen. Kühle und Frost hilft hierbei. Üppig wächst er erst in drei bis vier Jahren.

Geerntet wird die mit Schnittlauch und Knoblauch verwandte Pflanzenart kurz nach dem Laubaustrieb im April und Mai. Erscheint die Blüte, ist die „Lese“ wieder vorbei: Die Blätter verlieren langsam an Aroma. Das Laub zieht nach der Blühzeit ein, sodass im Sommer gar nichts mehr zu sehen ist.

In der freien Natur findet man den Bärlauch selten in einer Gemeinschaft mit anderen Pflanzen. Vorsicht ist dennoch geboten, denn das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose – sie sehen dem harmlosen „Wunderlauch“ ähnlich – sind giftig.

Nur der Bärlauch riecht nach Knoblauch

Der Kennerblick kann die zwei unangenehmen Zeitgenossen aber gut vom Bärlauch unterscheiden. Eine wertvolle Information hilft immer: Keines der beiden verbreitet den typischen Knoblauchgeruch. Diesen kann man sehr leicht aufspüren: einfach ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben.

Wichtig ist es zudem bei der Suche im Wald, die Blätter einzeln zu ernten. Die meisten Vergiftungen beruhen nicht auf Verwechslungen, sondern beim unsorgfältigen Einsammeln. Achtung: (Groß-)Ernten sind in Naturschutzgebieten verboten.