Tipps für das ideale Gewächshaus. Jeder Hobbygärtner denkt früher oder später an ein Gewächshaus, doch was muss bei der Errichtung bedacht werden?

Erstellt am 15. März 2018 (12:35)
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Sonnenlicht verwandelt sich hinter einem durchsichtigen Material in Wärme: Das war der Menschheit recht früh bekannt. Die Ägypter waren schon in der Glasherstellung bewandert und von den Römern ist überliefert, dass sie lichtdurchlässige Abdeckungen (wie dünne Steine) zum Treiben von Wein und Gurken nutzten. Die Europäer lernten das Fensterglas im Mittelalter kennen, daraufhin wussten besonders die Engländer das Baukastensystem sehr zu schätzen: Das Gewächshaus erlebte seine Geburt.

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Das spezielle Gebäude ist in allen Größen vorzufinden: Die Kombination von Gusseisen und Glas ließ imposante Exemplare entstehen – wie das Palmenhaus in Wien. Solche Dimensionen haben allerdings im privaten Hausgarten keinen Platz. Die Vorzüge können aber im Kleinen dennoch genutzt werden: Das Gewächshaus dient zur Anzucht junger Pflanzen, zur Vorverlegung von jungem Gemüse, zur Überwinterung von frostempfindlichem Grün und zur Pflege exotischer Raritäten. Im Vorfeld sollten jedoch einige Dinge bedacht werden.

Ideal: Halbschattig und windgeschützt

Das Gewächshaus sollte entsprechend der künftigen Nutzung gewählt werden. Den optimalen Platz zu finden ist nicht einfach: Die meisten Gärtner werden halbschattig und windgeschützt empfehlen. Sonnige Stellen sind keine Tragik, wenn auf Abschattungsmöglichkeiten (wie Jalousien) nicht verzichtet wird. Die Nähe zu großen Bäume sollte man meiden, auch weil abbrechende Äste das Glas beschädigen können.

Grundsätzliche Fragen müssen bei der Planung bedacht werden: Alu oder Holz? Glas oder Platten?

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Aluminiumprofile sind pflegeleicht und langlebig – und sind in unterschiedlichen Qualitätsformen und Preisklassen erhältlich. Holz wirkt dekorativer, Kiefer und Zeder kommen hierbei infrage. Das Material ist aber pflegeaufwendiger, da ein regelmäßiger Anstrich nötig ist. Holz arbeitet zudem: Es dehnt sich in der Hitze aus und schrumpft in der Kälte. Risse können entstehen, die dann anfällig für Fäulnis und Schädlinge sind. Türen und Fenster können sich außerdem aufgrund der hohen Feuchtigkeit verziehen, daher wählt man oft Aluminium als Grundstoff für diese Elemente.

 

Glas, Kammerplatte oder doch die günstige Folie?

Allgemein gilt: Die Lichtdurchlässigkeit ist bei Glas höher als bei einer Doppelkammerplatte. Diese wirkt eher wie ein Milchglas und muss kaum beschattet werden. Die Hohlkammerplatte punktet bei der Temperaturkonstanz. Die Luft in den Zwischenräumen wirkt nämlich isolierend. Die Kammerplatte ist grundsätzlich sehr haltbar und stoßsicher.

Glas verzeiht weder Rasenmäher-Steinschlag noch Ballwurf und kann schon beim Transport leicht zu Bruch gehen. Häufig wird Einscheibenglas verwendet, das die Pflanzen hohen Temperaturschwankungen aussetzt. Ausgleich schaffen Beschattung und Heizung. UV-beständig sind übrigens beide Materialien. Die günstigste Variante ist allerdings die Folienbespannung, die einfach an Holzbalken angenagelt wird.

Technik darf durchaus genutzt werden, wenn Leitungen für Strom und Wasser verlegt wurden. Pflanzengerecht wird dann automatisch geheizt, gekühlt und bewässert. Lüftungsklappen und die Beschattungsvorrichtungen lassen sich komfortabel über ein Thermostat öffnen und schließen.