Duftige Gräser im Garten. Ziergräser veredeln große und kleine Gärten. Duftige Weichzeichner und hohe Federbüsche akzentuieren und bereichern das eigene Grün.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 24. Oktober 2020 (04:36)
Das imposante Pampasgras wird bis zu zwei Meter hoch und braucht einen sonnigen Standort.  
Birgit Wimmer

Jeder Garten ist ein eigenes Kunstwerk, bei dem es auch auf die optische Gestaltung ankommt. Ziergräser unterstützen das „Gartenbild“ und setzen Akzente zwischen Stauden in die Beete. Ob Lampenputzergras, Reitgras oder Riesen-Chinaschilf, um nur ein paar der unzähligen Grasarten zu nennen, jede Pflanze hat eine andere optische Wirkung. Himmelwärts strebende Gräser, mit pfeilgeradem Wuchs, oder überhängende Weichzeichner, kombiniert mit Blütenstauden, bringen weitere Aspekte ins Beet.
Das Mengenverhältnis der Pflanzen wirkt

Landschaftsplanerin Anna Leithner, Beraterin bei Natur im Garten in Tulln, empfiehlt das Verhältnis 1:2:3 der Pflanzen in 1: hervorstechende Leitstauden (auch Gräser), 2: Begleitstauden (zur Untermalung der Hauptgräser und -stauden) und 3: Bodendecker, aufzuteilen. Dadurch entstehe laut Leithner ein dreidimensionaler Kontrast, der eine Leichtigkeit in das private Grün bringe.

Horstbildende Gräser bleiben am Standort

Damit das gepflanzte Gras nicht „ausufert“ und zu viel Platz im Garten einnimmt, sollte es horstbildend sein, so bleibt es in übersichtlicher Form. Horstbildende Gräser wie zum Beispiel das Chinaschilf, das Reitgras, die bunte Japan-Segge, das Lampenputzergras, die Rutenhirse, das Pfeifengras oder der Blaustrahlhafer wachsen rosettenförmig und sehr dicht um die Mutterpflanze herum.

<strong>Federgras mit Blütenstauden und Bodendeckern.</strong>
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Es gibt für jeden Garten das richtige Gras. Auch ausläufertreibende (rhizombildende) Gräserarten, wie den Goldhafer oder den Rotschwingel, sollte man nicht verachten. Hat man im Garten einen abgegrenzten Wurzelraum – bei Asphaltwegen oder in betonierten Beeten –, dann sind diese Arten ideal. Ein Tipp der Landschaftsplanerin: „Horstbildende Gräser sollte man nur im Frühling schneiden, denn wenn unter der Schnittstelle Wasser in den hohlen Halmen stehen bleibt, droht der Blattschopf über den Winter zu verfaulen.“

Für den Winter die Gräser locker binden

Ende Oktober bindet man die Gräser mit einem breiten Jutestreifen zusammen, das sieht dekorativ aus und schützt die Wurzeln vor zu viel Wasser. Empfindliche Gräser werden über den Winter in Jute oder Vlies gehüllt. Umweltfreundliche Gärtner kombinieren Gräser mit Stauden, die im Verlauf der gesamten Gartensaison blühen, um etwas gegen das Insekten- und Bienensterben zu unternehmen. Dank der Insekten kommen auch wieder viele Vogelarten in den blühenden Garten.

Ehe man Gräser für den Garten wählt, sollte man herausfinden, wie es um die Lichtverhältnisse, die Bodenbeschaffenheit und die Bodenfeuchtigkeit des eigenen Gartens steht.

Richtiger Standort für jede Graspflanze

Gräser für sonnige und trockene Standorte sind meist Süßgräser, unter anderem das Silberährengras, das Reitgras, das Pampasgras, der Atlasschwingel oder das Riesenreiherfedergras.

Für feuchte, aber sonnige Plätze im Garten taugen das hohe und das kleine Pfeifengras, das Goldbandleistengras oder das Zottenrauhgras. Gräser, die gut an Teichrändern wachsen, sind Morgenstern-Segge, Japansegge, Palmwedelsegge, Zyperngras oder auch das Wollgras.

Wie aber kombiniert man verschiedene Gräser miteinander? „Niedrige Gräser erzielen die beste Wirkung, wenn man sie in Gruppen pflanzt, hohe Gräser hingegen kommen besser zur Geltung wenn man diese zu dritt oder in Einzelstellung platziert und in der Pflanzung wiederholt“, erklärt die „Natur im Garten“ Expertin in der „Garten Tulln-Erlebniswelt“.

Sehr große Gräser können als Hintergrundpflanzen von Beeten gesetzt werden. Ein echter Hingucker im Garten ist das dunkelviolette Federborstengras oder aber auch das japanische Blutgras. Diese besonders schönen Arten sollten einen exponierten Platz im Pflanzenensemble erhalten. Um einen starken Kontrast zu den duftigen Halmen zu erzielen, rät die Landschaftsplanerin, Blattschmuckstauden gemeinsam mit den Gräsern zu setzen. Sonnenhut, Anemonen, Fetthenne sind blühende Herbststauden, die gut zu Gräsern passen.

Artikel aus dem Journal "Bauen, Wohnen, Energiesparen" .