Hanf und Co.: Alternative Dämmstoffe im Fokus. Neben Styropor gibt es viele andere Dämmstoffe, wie etwa Jute oder Hanf, die auch nachhaltig sind.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 25. Oktober 2019 (04:56)
Auch aus dem Stroh der ältesten Kulturpflanze der Menschheit — Hanf — sind mittlerweile schon Dämmplatten für Gebäude hergestellt worden.
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Natur pur heißt es immer öfter bei Häuslbauern. Doch diese sind schon lange nicht mehr „nur“ zufrieden, wenn das Eigenheim am Waldrand steht. Auch das Haus selbst soll mit so vielen natürlichen Stoffen wie möglich gebaut werden. Gut, dass es da einige Möglichkeiten gibt …

Obwohl die Nutzpflanze Hanf zumeist im Kontext von Medizin oder Rauschmittel erwähnt wird, ruft das Gewächs in einer Immobilie aus einem anderen Grund einen entspannenden Effekt herbei. Aus den Fasern und dem Stroh der Pflanze kann man etwa Dämmplatten für die Fassaden herstellen. Diese fühlen sich angenehm warm an. Übt man auf diese Druck aus, stellt sich die Platte von selbst wieder in die Ausgangsposition zurück.

Schon beim Anbau entzieht die Pflanze der Atmosphäre mehr Kohlendioxid, als im Zuge ihres Anbaus, der Ernte, der Verarbeitung und auf dem Transportweg freigesetzt werden. Daher wächst Hanf auch sehr schnell nach. An guten Tagen kann die Pflanze bis zu vier Zentimeter wachsen. Da sie viel Schatten wirft, gibt es kaum Unkraut und wer Hanf anbaut kann daher auf Pflanzenschutzchemie verzichten.

Eine ebenso neue Art zu dämmen, ist es, Matten, Vliese oder Platten aus Jute herzustellen, die aus alten Kakao- oder Kaffeesäcken gewonnen wurde. Dämmmatten aus Jutefasern werden schon länger genutzt.

Auch Jute ist ein idealer Naturdämmstoff. Je nach Zusammensetzung kann er als eigenes Dämmmaterial oder zur Stabilisierung zum Beispiel von Holzfaserdämmplatten dienen. Das Material ist schadstofffrei und gesundheitlich vollkommen unbedenklich.

Zudem ist Jute biologisch abbaubar. Jutedämmung erreicht gute Dämmwerte, ähnlich wie Schafwolle, Hanf oder Zellulose. Im Vergleich zu genannten Stoffen ist Jute jedoch billiger. Es weist eine hohe Wärmespeicherkapazität auf und bietet dadurch im Sommer einen guten Hitzeschutz.

Es gibt also durchaus viele Möglichkeiten, das Eigenheim zu dämmen. Ökologische Dämmstoffe sind jedoch meistens teurer als herkömmliche Materialien. Eine neue Möglichkeit für nachhaltige Häuslbauer könnte der sogenannte Holzschaum sein, der aber bisher noch nicht auf dem Markt ist.
Dieser Schaum wird so zusammengestellt, dass er seine Festigkeit und Elastizität komplett aus den holzeigenen Bindungskräften erhält. So sind keine zusätzlichen synthetischen Klebstoffe notwendig. Holzfasern werden mit Wasser vermischt und mit einem besonderen Gas aufgeschämt. Dann ist das Material fertig.

Der Holzschaum lässt sich auch gut in der Verpackungsindustrie einsetzen, wäre aber auch im Möbelbau, für Wandelemente oder beim Messebau ideal. www.wohnnet.at