Fertigteile aus Beton für Wände und Träger. Das fertige Haus – jeder, der baut, freut sich darauf und kann es kaum erwarten. Doch bevor das Haus so dasteht, wie es der Vorstellung entspricht, müssen einige Schritte passieren. Dazu gehören zunächst Stützen, Träger und natürlich Wände. Betonfertigteile bieten hier vielfältige Möglichkeiten.

Von Gina Christof. Erstellt am 10. März 2019 (15:07)
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Fertigteile aus Beton werden mit allen Durchbrüchen mit einem LKW zur Baustelle geliefert und dort schnell und einfach aufgestellt.

Der Bau beginnt, am liebsten soll das Haus so schnell wie möglich fertig sein. Doch jeder Schritt zählt und muss gut beachtet werden.

Einer dieser Schritte sind Stützen und Träger. Aus Beton errichtet, können sie auch die Bauzeit verkürzen. Sie sind vor allem dann vorteilhaft, wenn beispielsweise ein hoher Grundwasserspiegel vorliegt, der ein langes Offenhalten der Baugrube und ein oft kostspieliges Abpumpen des Grundwassers erfordert.

Material je nach Trägerart wählen

Grundsätzlich wird zwischen Außenstützen und Fundamentstützen unterschieden. Stützen, die im Außenbereich liegen, sollten idealerweiseaus Dichtbeton bestehen. Zusätzlich sollte eine Feuchtigkeits-Abdichtung angebracht werden. Auch wenn die Dichtheit der Stütze gewährleistet ist, können die Verbindungsfugen Schwachpunkte darstellen.

Stützen im Fundament können auch Fertigteil-Köcherhälse (Köcherfundamente) aus Stahlbeton sein. In die Köcherhälse werden die Stützen eingeführt, der übrige Hohlraum wird mit Vergußmörtel ausgefüllt. Die Stützen können dabei jede nötige Querschnittsform haben.

Die gebräuchlichen Querschnittsformen sind rechteckig oder T- bzw. L-förmig. Die Stützen können aber auch in Sonderformen hergestellt werden.

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Die Elemente werden mit einem Kran an Ort und Stelle aufgestellt.

Wenn in Stützen und Träger Haustechnikleitungen oder Einbauteile eingefügt werden sollen, muss das vor der Fertigung im Herstellungswerk bekannt gegeben werden. Dazu zählen auch Durchbrüche für Hauszuleitungen und Schlitze. Bei nachträglichen Stemmarbeiten besteht die Gefahr, dass die Stabilität oder Dichtheit des Hauses durch beschädigte oder durchtrennte Bewehrungseisen beeinträchtigt wird. Auch bei Wänden aus Betonfertigteilen gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Betonbausteine, Holzbetonsysteme oder großformatige Wandelemente.

  • Sogenannte Doppel- oder Hohlwände bestehen aus zwei zusammenhängenden Betonplatten. Diese werden erst am Bau mit Beton gefüllt, im Werk können Öffnungen für Fenster, Türen oder Installationen vorbereitet werden. Vorab kann auch eine Wärmedämmung eingebaut werden. Vor Ort können dannweitere Dämmschichten oder auch Verputz angebracht werden. Dieses System hat den Vorteil, dass viel vorgefertigt wird und das Gewicht relativ gering ist.
  • Wandelemente werden im Werk komplett fertig hergestellt, auch die Oberfläche kann je nach Wunsch gestaltet werden. Vor Ort kann dann die Dämmung oder der Verputz aufgebracht werden.
  • Sandwichfassaden aus Betonfertigteilen bestehen aus drei Schichten. Die innerste Schicht ist tragend, dann kommt eine Dämmschicht (die bereits integriert ist) und außen die Vorsatzschicht. Diese Fassaden werden als Sichtbeton mit unterschiedlichem Aussehen hergestellt. Bei der Oberflächengestaltung ist fast alles möglich, die Elemente werden im Werk gefertigt.
  • Vorgehängte Fassadenelemente bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten, sind aber auch mit einem größeren Aufwand verbunden. Die vorgehängten Betonfassaden werden als große Tafeln oder aus Betonwerkstein gefertigt. Auf der Baustelle wird dann eine Dämmschicht auf die tragende Wand aufgetragen und die Tafeln werden schließlich an dieser Wand befestigt

Auch bei allen Fertigteilen für Wände gilt, wie bei den Stützen und Trägern: Durchbrüche und Einbauteile (die in die Fassadenteile integriert werden sollen), müssen dem Hersteller zeitgerecht bekannt gegeben werden, damit es nicht zu ungeplanten Verzögerungen kommt.