Kredite, Gespenster und Co.

Warum Bausparkredite noch immer die Klassiker fürs Geld zum Bauen sind, was Direktbanken und Darlehensrechner können und wieso eine Hypothek gar kein „Schreckgespenst“ mehr ist.

Erstellt am 25. Juni 2021 | 04:27
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Wie Gras wächst das Geld fürs Bauen nicht. Also braucht es statt Samen und Dünger die passende Finanzierung.  
Foto: Shutterstock.com/Monster Ztudio

Ein Haus zu bauen, zu kaufen oder Wohneigentum zu schaffen, ist in den meisten Fällen eine Entscheidung fürs Leben. Da heißt es, mit Weitblick handeln, sich informieren, vergleichen und gründlich planen.

Ein entscheidender Faktor ist dabei das Eigenkapital, egal ob es sich dabei um Bargeld, Grundbesitz oder die eigene Muskelkraft und das eigene Know-how handelt.

Zunehmend gilt die Immobilie als sichere Anlageform. Entsprechend dynamisch steigen die Preise. Hier ist es wichtig, die richtige, an die individuelle Situation angepasste Finanzierungsform zu finden. Hier ein Überblick.

Der Klassiker: Bausparkredit

Ebenso beliebt wie traditionell ist die Finanzierung über einen Bausparvertrag. Dieses Sparprodukt erfreut sich einer guten Verzinsung, ist aber an eine Laufzeit von mindestens sechs Jahren gebunden. Spezieller Bonus ist dabei die staatliche Förderung. Ist der Vertrag abgelaufen, kann man einen Bausparkredit mit recht günstigen Konditionen daran anschließen. Die Zinssätze bei Bauspardarlehen können bei 2,25 bis 2,875 Prozent liegen.

Raiffeisen-, Wüstenrot-, S-Bausparkasse und ABV Allgemeine Bausparkasse sind die bekanntesten Anbieter für Bausparkredite in Österreich.

„Schreckgespenst“: Hypothek

Soll ein Bauprojekt sofort umgesetzt werden, ist die Hypothek eine gute Möglichkeit, unverzüglich die nötige Summe zur Verfügung zu haben.

Dabei gehen die Besitzrechte nicht, wie manche befürchten, an die Bank über, sondern es wird lediglich die Bank in Form eines Pfandrechts ins Grundbuch eingetragen. Ein Besitzwechsel findet nur bei Konkurs statt.

Über 10 Jahre ist eine Hypothek in der Regel angesetzt, dabei muss der Häuslbauer 20 Prozent der Immobilie selbst tragen. Die Varianten Festhypothek und variable Hypothek unterscheiden sich durch den festen beziehungsweise den variablen Zinssatz.

Solide: Wohnbaukredit

Wohnbau, Ausbau oder Sanierung können über einen Wohnbaukredit finanziert werden. Auch bei dieser zweckgebundenen Form muss der Kreditnehmer 20 Prozent des Preises selbst tragen können. Die Rückzahlungsraten dürfen maximal 45 Prozent des Bruttoeinkommens ausmachen.

Gerade bei dieser Form lohnt es sich (wie auch bei allen anderen empfohlen wird), verschiedene Varianten zu vergleichen. Insbesondere auf allfällige Gebühren ist dabei besonderes Augenmerk zu richten.

1. Ausgangslage: Bevor man Entscheidungen trifft, ist es unerlässlich, sowohl Bauprojekt als auch Finanzierung gründlich zu planen. Am Anfang steht die Klärung der finanziellen Ausgangslage: Der Kreditschutzverband gibt Auskunft über die eigene Bonität.
Wie viel Geld kann man aktuell aufwenden, welche monatliche Rate ist leistbar, welchen finanziellen Puffer braucht man für Notfälle und Sonderausgaben wie Autokauf, Arbeitslosigkeit etc.
Auch die Möglichkeit einer kurzfristigen Aussetzung der Ratenzahlung sollte bedacht und unbedingt auch vertraglich festgehalten werden.
2. Vergleichen: Es lohnt sich, die verschiedenen Varianten gegenüberzustellen und bei unterschiedlichen Kreditinstitutionen Angebote einzuholen. Hinsichtlich der Fördermöglichkeiten sind Bundesland, Staat, Gemeinde und auch die Bank kompetente Ansprechpartner.
Ein gut vorbereitetes Beratungsgespräch, in dem finanzielle Möglichkeiten und zu erwartende Ausgaben gegenübergestellt werden können, beschleunigen die Abwicklung.

Online: Die Direktbank
Auch ein Online-Baukredit ist eine Möglichkeit der Finanzierung, oft sind die Zinskonditionen besser als in einer Filialbank, ebenso die Gebühren der Kontoführung. Zudem erfolgt der Bescheid meist innerhalb weniger Tage. Allerdings ist es bei dieser Variante von Vorteil, in Kreditfragen Erfahrung zu haben. Zudem ist es ratsam, sich im Internet oder beim Konsumentenschutz zu informieren.

Der Baudarlehenrechner
Um zu kalkulieren, wie teuer ein Baudarlehen de facto wird, ist es empfehlenswert, sich eines Baudarlehenrechners zu bedienen. Dabei spielen Laufzeit und Höhe des Kredites eine Rolle. Dieses Tool, das meist kostenfrei ist und auch als Software heruntergeladen werden kann, berechnet Laufzeiten und Zinssätze innerhalb von Sekunden und ist besonders geeignet, um verschiedene Varianten zu vergleichen.
Mehr Infos zur Baufinanzierung, Hypotheken & Krediten: https://kreditvergleichsportal.at/hypothekarkredite/

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