Laub als Frostschutz und Nährstoffspeicher. Herbstlaub: Liebhaber von gepflegtem, englischem Rasen lässt es verzweifeln. Naturgärtner haben große Freude damit. Wenn die bunten Blätter fallen ist der Rechen in vielen Haushalten wieder im Dauereinsatz, obwohl für den Herbstputz im Garten viel eher das Motto „weniger ist mehr“ gelten sollte.

Von Sophie Seeböck. Erstellt am 24. Oktober 2019 (17:01)
Symbolbild
Von Subbotina Anna, Shutterstock.com

„Weniger ist mehr, denn wenn wir auf penibles Laubkehren verzichten, tun wir der Natur im Garten viel Gutes und handeln dabei in weiser Voraussicht für das kommende Gartenjahr“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. Denn für Naturgärtner ist das Herbstlaub eine vielseitig einsetzbare Ressource. Die bunten Blätter sind nämlich beispielsweise ein optimaler Kälte-Schutz für Kübelpflanzen. Die Töpfe können ganz einfach in Jutesäcke, die dicht mit Blättern gefüllt sind, eingepackt werden. Somit überstehen empfindliche Stauden und Wurzelballen frostige Temperaturen.   

Zum Mulchen am Gemüsebeet, unter Hecken und Sträuchern, wie auch auf Staudenbeeten eignet sich die farbenfrohe Blätterpracht ebenfalls sehr gut. Beim Mulchen sorgt das Zersetzten der Blätter für Nährstoffe im Boden und schützt diesen vor Austrocknung und Bodenerosion. Außerdem würde das Liegenlassen der Blätter die Bodenstruktur verbessern und „eine Wohlfühldecke für das Bodenleben schaffen“, wie Batanovic erklärt. Vorsicht ist aber beim Laub von Kastanien geboten, da darin Puppen der Kastanienminiermotte überwintern. Durch das Entsorgen der Blätter im Biomüll könne ein Befall im Frühjahr verhindert werden.

Herbstlaub ist Unterschlupf für Nützlinge

Nicht nur der Igel versteckt sich gerne in Blätterhaufen denn: „Laub im Garten ist außerdem gelebter Artenschutz, denn dort finden zahlreiche Nützlinge wie Spinnen, Laufkäfer, Eidechsen, Kröten, Salamander, Molche oder Spitzmaus einen wohligen Unterschlupf“, meint die „Natur im Garten“-Expertin. „Im Laub überwinternde Kleinlebewesen stellen zudem eine wertvolle Nahrungsquelle für Singvögel dar.“

Verwender des Herbstlaubs können damit auch Geld sparen, da die Blätter nicht im Biomüll entsorgt werden müssen. Dennoch sollte aber nicht auf das Entfernen der Blätter in sensiblen Bereichen wie auf Wegen, Zufahrten, Dachrinnen, Rasen oder Gartenteichen verzichtet werden. Beim letzten Rasenmähen des Jahres kann Laub auch gleich mit gehäckselt werden. Gemeinsam mit zerkleinertem Strauchschnitt und organischen Küchenabfällen kommt am Komposthaufen wertvoller Dünger zustande.