NÖ ist das Land der Einfamilienhausbesitzer. Experten prognostizieren für Niederösterreich steigende Immobilienpreise und mehr Interessenten für 2018.

Erstellt am 18. März 2018 (12:20)
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Die Immobilienzukunft des Landes ist eine rosige. Zumindest, wenn es nach den Einschätzungen der Experten des Unternehmens RE/MAX geht. Für den Zukunfts-Index für das aktuelle Jahr wurden wieder Meinungen von 560 Fachleuten eingeholt. RE/MAX konnte 2017 den Umsatz des Vorjahres noch einmal um 12,5 Prozent steigern. Die deutlichsten Preissteigerungen soll es demnach in Wien, Steiermark, Tirol und Salzburg geben.

Für 2018 werden für Niederösterreich 3,4 Prozent mehr Interessenten, aber nur 1,6 Prozent mehr Objekte erwartet. Dadurch sollen die Preise um mehr als vier Prozent steigen.

Die positive Entwicklung, die jedoch abgeschwächter im Vergleich zum Vorjahr ist, ergibt sich vor allem aus den Tendenzen bei Baugrundstücken, Einfamilienhäusern und den Eigentumswohnungen in guten Lagen. Denn Einfamilienhäuser sind in Niederösterreich nach wie vor so beliebt wie in keinem anderen Bundesland. 4,6 Prozent mehr Nachfrage ergeben Preissteigerungen von 4,2 Prozent.

Kleine Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen in St. Pölten besonders gefragt

Starke Wertsteigerungen erwarten Experten ebenso bei Baugrundstücken sowie bei Eigentumswohnungen, in Top-Lagen. Keine Veränderung der Preise wird für Eigentumswohnungen in Stadtrandlagen vorhergesagt. Ebenso kaum eine Veränderung soll es bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen geben.

Viele Eigentumswohnungen werden in St. Pölten von Anlegern gekauft. Kleine Eigentumswohnungen mit ein bis zwei Zimmern seien im Moment in der Landeshauptstadt besonders gefragt, erklärt Bernhard Baumgartner, Geschäftsführer von RE/MAX Plus in St. Pölten.

„Gute Nachfrage besteht auch nach 3-Zimmerwohnungen. Je größer die Wohnung ist, desto geringer ist aber die Nachfrage“, sagt Baumgartner. Das Angebot ist bei Eigentumswohnungen etwa gleich groß wie im Vorjahr, die Preise haben jedoch angezogen. 2018 sollen die Preise hier weiter steigen, erwarten Experten.

Für den Speckgürtel rund um Wien wird von RE/MAX ebenso eine gesteigerte Immobilien-Nachfrage um +2,9 Prozent erwartet sowie ein steigendes Angebot von 1,7 Prozent. Dennoch prognostizieren die Fachleute eine Preissteigerung von vier Prozent im Speckgürtel. Dabei liegt diese Region von den Einschätzungen her ganz im Bundeslandschnitt.

Wilhelm Fetscher erwartet wieder Wachstum für 2018

„Es ist deutlich zu spüren, dass die Mehrzahl der Immobilienkäufer nicht mehr bereit ist, überzogene Preisvorstellungen zu bezahlen“, erklärt Wilhelm Fetscher, Geschäftsführer von RE/MAX DCI. Generell erwartet der Immobilien-Experte, dass der Markt auch 2018 wächst, aber nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren.

Es würde dringend leistbarer Wohnraum benötigt, dieser fehle aber am Markt, sagt Fetscher. Bauträgerprojekte, die keine Alleinstellungsmerkmale aufweisen, seien am Markt immer schwieriger zu platzieren.

In der Region „Amstetten, Waidhofen an der Ybbs“ habe sich der Markt im Vorjahr kaum verändert, sagt Stefan Alteneder, Büroleiter von RE/MAX Immo-Team in Amstetten und Waidhofen/Ybbs und Experte für das westliche Mostviertel. Eine starke Nachfrage und ein besseres Angebot als im Vorjahr bestehen.

Für Krems erwarten die Experten in frühestens zwei Jahren eine Marktverschiebung, aufgrund des neuen Studentencampus. In der Stadt Krems wird weniger angelegt, aber wegen der vielen Studierenden gibt es nach wie vor viele Käufer.