Worauf beim Alarmanlagenkauf zu achten ist. Ob verkabelt, via Funk oder als Hybridsystem: Einbruchmeldeanlagen zählen unumstritten zur sichersten Täterabwehr im Wohn- wie im Geschäftsbereich. Individuelle Beratung ist nötig.

Von Gila Wohlmann und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:00)
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Eine Alarmanlage macht nur Sinn, wenn man mit der Bedienung klar kommt. Teuer und kompliziert, muss nicht immer die beste Wahl sein.

Um nicht Gefahr zu laufen, von gefinkelten Verkäufern das „einzig und wahre“ – und mitunter auch sehr kostenintensive –„Top-System“ aufgeschwatzt zu bekommen, sollte der erste Schritt vorab eine Terminvereinbarung mit der Kriminalprävention der Polizei sein.

„Ich erinnere mich an eine ältere Dame, die sich aufgrund ihrer ,tollen‘ Alarmanlage fast nicht mehr das Zimmer wechseln traute.“Andreas Bandion, Kriminalbeamter

„Der Unterschied ist, dass wir keinerlei Werbung für spezielle Produkte machen und auch nicht dürfen. Wir kommen direkt vor Ort, zum zu sichernden Objekt, und machen einen Lokalaugenschein, wie man Wohnung, Haus und Garten oder auch ein Geschäft oder Betriebsgelände absichern kann“, sagt Andreas Bandion, Leiter der Kriminalprävention des Landeskriminalamtes Niederösterreich. Gemeinsam wird dann abgewogen, in welcher Form Einbruchssicherung Sinn macht.

Starke Unterschiede bei Preis und Qualität

Bei Alarmanlagen sind die Unterschiede bei Preis und Qualität oft sehr hoch. Die Bandbreite reicht von verkabelten Systemen über Funk- und Hybridalarmanlagen.

Es rät sich daher, neben der kostenlosen Beratung durch die Kriminalprävention, Zeit zu nehmen, eingehend Produktvergleiche zu machen, Bewertungen zu lesen und sich bei verschiedenen Fachhändlern beraten zu lassen, um – mit den Vorabtipps der Polizei – selbst zum passenden Modell zu finden.

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Präventionsbeamter Andreas Bandion rät: "Eine Alarmanlage darf nicht zu kompliziert sein!"

Fakt ist: Eine Alarmanlage schützt Haus oder Wohnung rund um die Uhr – und das unauffällig.

Versucht jemand, unbefugt einzudringen, wird der Alarm ausgelöst: Im Regelfall handelt es sich um ein Sirenensignal, oft auch in Kombination mit einem grellen Stroboskoplicht. „Manche Alarmanlagen sind direkt mit der Polizei verbunden, andere mit privaten Sicherheitsdiensten“, erklärt er. Alarmanlagen zählen, meint er, zu den besten Sicherungssystemen, vorausgesetzt, sie sind benutzerfreundlich.

„Es macht keinen Sinn, ein diffiziles System zu haben, wenn man Gefahr läuft, laufend Fehlalarme durch falsche Bedienung auszulösen“, gibt er zu bedenken.

Fazit des Experten: Ein Einbruchmeldesystem sollte ein vernünftiger Kompromiss aus maximaler Sicherheit und realistischem Preis sein. „Kaum jemand benötigt die Hochsicherheit der Nationalbank“, meint Andreas Bandion. Und: „Auch die teuerste Anlage funktioniert nur, wenn sie auch eingeschaltet ist.“