Das grüne Wohngefühl im eigenen Zuhause. Ein grünes Gebäude ist nicht nur nachhaltig, sondern muss auch viele andere Kriterien und Anforderungen erfüllen. Einen Überblick darüber gibt die Initiative klima:aktiv des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 17. November 2019 (03:23)
Grünes Wohnen bedeutet nicht nur, Gutes für die Umwelt zu tun und nachhaltig zu sein. Es bedeutet auch, ein Dach über dem Kopf zu haben, unter dem sich jeder rundum wohlfühlt. 
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Qualität der Infrastruktur, hohe Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energieträger, Einsatz ökologischer Baustoffe und thermischer Komfort – das sind die fünf Basiskriterien, die Österreichs Klimaschutzinitiative klima:aktiv des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus für grünes Bauen und Wohnen angibt. Zusätzlich dazu wird mit der Initiative ein Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen forciert.

Fünf Basiskriterien für „grüne“ Gebäude

Doch was beinhalten diese fünf Basiskriterien nun genau? Schon der Standort eines Gebäudes ist für das grüne Thema ausschlaggebend. Denn wenn es viele Nahversorger gibt, die zu Fuß gut erreichbar sind, ist schon diese Tatsache ein Pluspunkt für die Umwelt. Diese Faktoren sind unter dem Punkt „Qualität der Infrastruktur“ zusammengefasst.

Unter die Punkte „Hohe Energieeffizienz“ und „Nutzung erneuerbarer Energieträger“ fallen Fragen des Wärmebedarfs sowie der Wärmeversorgung. Der Energiebedarf und der Anteil der Treibhausgas- und Schadstoffemissionen sollen so niedrig wie möglich ausfallen. Klima:aktiv-Gebäude haben hier beispielsweise auch einen maximalen Höchstwert für CO 2 -Emissionen, der je nach Gebäudetyp bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf.

Daneben hat auch die Wahl der Baustoffe und Konstruktionen einen Einfluss auf die Frage, wie grün ein Gebäude ist. Das Kriterium „Einsatz ökologischer Baustoffe“ gibt so vor, dass klimaschädliche Baustoffe in klima:aktiv-Gebäuden nicht zulässig sind. Vermieden werden sollen beispielsweise Baustoffe, die PVC enthalten. PVC ist das EU-weit als krebserzeugend eingestufte Vinylchlorid. Dies betrifft vor allem Fußböden und Wandverkleidungen.

Der Punkt „Thermischer Komfort“ betrifft schließlich die Frage, wie gut Wände und Fenster gedämmt sind. Denn gut gedämmte Wohnungen sorgen dafür, dass im Winter möglichst keine Heizwärme verloren geht und es im Sommer im Wohnraum angenehm kühl bleibt.

Wie stark sich ein Gebäude aufheizt, hängt dabei von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zu diesen Faktoren zählen die Fläche, Orientierung und Qualität der Fenster, diverse Verschattungsmaßnahmen, der Dämmstandard der Hülle, Speichermassen oder das jeweilige Lüftungsverhalten.Die Initiative hat auch ein eigenes Bewertungssystem für die Nachhaltigkeit von Gebäuden mit besonderem Fokus auf Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Dieses Bewertungssystem, bei dem insgesamt 1.000 Punkte in vier Kategorien erreicht werden können, soll all jenen, die ein grünes Gebäude errichten wollen, eine konkrete Hilfestellung geben.

Vier Bewertungskategorien

Die vier Bewertungskategorien sind Planung und Ausführung, Energie und Versorgung, Baustoffe und Konstruktion sowie Raumluftqualität und Komfort. Je nach der erreichten Punktezahl werden die Gebäude dann in drei Qualitätsstufen eingeteilt.

Jene Gebäude, die alle Muss-Kriterien erreichen, erhalten die Qualitätsstufe klima:aktiv Bronze. Gebäude, die mindestens 750 Punkte erreichen, werden mit der Stufe klima:aktiv Silber ausgezeichnet. Gebäude, die mindestens 900 Punkte erreichen, erhalten die Auszeichnung klima:aktiv Gold. Den klima:aktiv-Gebäudestandard gibt es für Wohngebäude, Bürogebäude und sonstige Dienstleistungsgebäude jeweils für den Bereich Neubau und Sanierung.

Besondere klimaaktive Gebäude werden monatlich als „Objekt des Monats“ ausgezeichnet und vorgestellt. Beispiele hierfür sind das „Haus des Lernens“ in St. Pölten, die „Drei Schwestern“ in der Seestadt in Wien-Aspern, das gerade für den Österreichischen Staatspreis nominierte „Haus am Park“ im Wiener Helmut-Zilk-Park oder das Passivhaus in St. Anton an der Eisenstraße.

Mehr Informationen unter: www.klimaaktiv.at/bauen-sanieren