Auch beim Raumklima „an die Zukunft denken“. Installateur Stephan Kabicher aus Schwarzenbach im Bezirk Neunkirchen hat bei der Heizung keinen Favoriten. Er sucht nach individuellen Lösungen abgestimmt auf seine Kunden.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 30. Oktober 2019 (04:23)
Installateur Stephan Kabicher aus Schwarzenbach rät, auf Qualität zu setzen.
HSH

NÖN: Wie hat sich das Heizen in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Stephan Kabicher: Früher wurden fast nur Öl- oder Holzkessel zum Heizen eingebaut. Das sieht heute ganz anders aus. Wir installieren viele Wärmepumpen zum Heizen und zum Kühlen.

Bauen Sie heute gar keine Ölkessel mehr ein?

Kabicher: Genau, kein Öl mehr. Die meisten Kunden wissen, was sie wollen und stellen um. Wer sich noch unsicher ist, lässt sich im persönlichen Beratungsgespräch überzeugen. Eine Pelletsheizung ist maximal um 4.000 Euro teurer, da es hier gute Förderungen gibt. Diese Mehrausgaben haben sich nach ein paar Jahren schnell wieder eingespielt.

Und wie sieht es mit Holzheizungen aus?

Kabicher: Wir sind hier in der Buckligen Welt in einem Waldgebiet und natürlich werden noch viele Holzheizungen von uns installiert – meistens für Stückgut.

Welcher Heiztyp ist Ihr Favorit?

Kabicher: Ich habe keinen Favoriten. Die beste Heizung ist jene, die am besten zum Kunden, seinen Voraussetzungen und seinen Bedürfnissen passt. Ein 400 Quadratmeter altes Bauernhaus werde ich anders heizen als ein neugebautes 100 Quadratmeter großes Einfamilienhaus.

Eigentlichbrauchen Stephan und Peter Kabicher und ihr Team keine Abkühlung im Schwimmteich, da sie wissen, wie man für die richtige Gebäudekühlung sorgt.
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Wenn es jetzt durch die Klimakrise immer wärmer wird, braucht man dann noch eine Heizung?

Kabicher: Natürlich gibt es milde Winter, aber ich muss auch damit rechnen, dass es Kälteperioden mit tiefen Minusgraden über mehrere Wochen geben kann. Wetterextreme werden immer mehr – auch im Winter. Da brauche ich eine gute Heizung, die für die richtige Temperatur sorgt.

Wie sieht es mit der Gebäudekühlung aus?

Kabicher: Die Kühlung ist sicher ein wichtiges Thema. Bei fast allen Einfamilienhäusern im Neubau machen wir eine Bauteilaktivierung mittels Wärmepumpe. Das ist günstiger als eine Klimaanlage und hat viele Vorteile. Ich brauche kein Kühlmittel, keine Filter tauschen und es gibt keine Zugluft oder Geräusche.

Sie haben viel von Wärmepumpen gesprochen. Welche empfehlen Sie?

Kabicher: Erdwärmepumpen. Luftwärmepumpen haben nicht so eine gute Effizienz. Mittlerweile gibt es neue Möglichkeiten bei der Verlegung der Leitungen zum Gewinnen der Erdwärme. Somit müssen die Bewohner nicht auf einen Pool oder schön angelegten Garten verzichten. In einem Graben, der rund ums Haus verläuft, wird alles verlegt, das Grundstück bleibt frei.

Was ist Ihr Tipp für alle, die sich gerade für eine neue Heizung entscheiden sollen?

Kabicher: An die Zukunft zu denken und nicht am falschen Ort zu sparen. Viele meiner Kunden lassen sich zwar jetzt noch keine Photovoltaik-Anlage installieren, bereiten aber schon alles dafür vor. Oft fehlt dafür das Budget, und ich brauche die Solar-Paneele nicht zum Einziehen, da sind die Fliesen oder die Küche wichtiger.

Doch wenn ich an die Zukunft denke, kann ich sie dann montieren, wenn ich wieder die finanziellen Möglichkeiten habe. Nicht sparen sollte man bei der Qualität. Denn alles, das fix ist, bleibt mir länger. Und eine Couch kann ich schneller tauschen als eine Heizung.