Fruchtbaren Dünger aus Abfällen herstellen. Wer seine Garten- und Küchenabfälle im Garten verrotten lässt, kann sich einige Monate später über einen natürlichen Dünger freuen. Einen, der gut für Umwelt, Klima und Pflanzenschutz ist.

Von Christine Haiderer und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 10. Juni 2019 (04:00)
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In einer Handvoll gesunder Boden stecken mehr Lebewesen, als es Menschen am gesamten Erdball gibt. Einige dieser Mikroorganismen, verrät Natur im Garten, können organische Materialien zersetzen. Zum Beispiel in einem Komposthaufen im eigenen Garten.

Damit das funktioniert, brauchen die kleinen Lebewesen unterschiedlich zusammengesetztes organisches Material, ausreichend Feuchtigkeit und eine ausreichende Luftversorgung.
Feucht ist es üblicherweise genug. In niederschlagsarmen Gegenden hingegen kann der Kompost auch regelmäßig bewässert werden.

Hohlräume für Luftzirkulation

Für die nötige Luftzirkulation sind Hohlräume wichtig. In einem Komposthaufen können diese durch Strukturmaterialien entstehen. Das sind beispielsweise Stroh, Heckenschnitt, Stauden oder ein rund ein Zentimeter dicker Strauch- und Baumschnitt. Diese Pflanzenteile sind die Basis-Schicht im Komposthaufen. Über dem ebenerdigen, naturbelassenen Gartenboden, auf dem der Komposthaufen thront.
Darüber kommt eine Mischung aus frischen Abfällen (Rasenschnitt, Küchenabfälle …) und dürren, braunen Materialien (Laub, Häckselgut und Strauchschnitt …).

Soll das alles schneller verrotten, dann kann man dazwischen geringe Mengen von bereits reifem Kompost geben oder den Kompost umsetzen.

Platz im Halbschatten suchen

Wer ein Austrocknen verhindern möchte, kann den Komposthaufen mit luftdurchlässigem Vlies abdecken, mit langem Grasschnitt oder Stroh. Folien hingegen sind keine gute Idee, weil dabei entstehendes Kohlendioxid nicht abziehen, der Sauerstoff nicht in den Komposthaufen kommen kann.

Der beste Platz für einen Komposthaufen übrigens ist im Halbschatten, vom Wind geschützt und gut erreichbar – für Mensch und Mikroorganismen. Immerhin soll er auch genutzt werden und die Mikroorganismen durch den Boden hingelangen können.

Nach einigen Monaten ist es dann zu so weit. Der Kompost kann zum Einsatz kommen. Frischer Kompost (nach drei bis sechs Monaten, zum Beispiel bei Kürbissen und anderen stark zehrenden Pflanzen) wird oberflächlich eingearbeitet. Und: Reifer Kompost nach sechs bis zwölf Monaten, wenn er nach Erde riecht und keine Kompostwürmer mehr enthält, überall.

Welche Vorteile ein Komposthaufen hat? Kompost aus einer Vielfalt an Garten- und Küchenabfällen bietet alle wichtige Pflanzennährstoffe. Wer damit düngt, hat den Vorteil, dass die Pflanzen an Nährstoffen das aufnehmen, was sie benötigen. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. So vermeidet man Überdüngung.

Das Problem bei Überdüngung kann dazu führen, dass Pflanzen anfällig für Schädlinge sind. Hingegen sind kräftige und gesunde Pflanzen weniger anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge. Darüber hinaus hält Kompost durch seine Struktur Wasser besonders gut und sorgt für einen ausgeglichenen Luftaustausch.