Was Österreicher zum Immobilienerwerb bewegen würde. Leichte Preisrückgänge bei Wohnimmobilien im Zuge der Corona-Krise können Impulse für die Nachfrage setzen.

Von Redaktion NÖN.at und Redaktion BVZ.at. Erstellt am 11. Mai 2020 (12:26)
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Das legen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Österreichern nahe, die Statista im Auftrag von Interhyp Anfang bis Mitte März 2020 durchgeführt hat.

Demnach waren 67 Prozent der Befragten der Meinung, geringere Kaufpreise oder Baukosten würden Menschen am ehesten dazu bewegen, Wohneigentum zu erwerben. Interhyp, Deutschlands größter Vermittler privater Wohnbaufinanzierungen und seit eineinhalb Jahren auch in Österreich aktiv, setzt die Studienergebnisse in den Kontext der derzeitigen Marktentwicklung.

Niedrige Kaufnebenkosten als Beweggrund

„Wenn die Immobilienpreise etwas sinken würden, wären Immobilien wieder attraktiver und die Nachfrage könnte steigen. Dies würde einem stärkeren Preisrückgang entgegenwirken, zumal die Zinsen für Wohnbaufinanzierungen immer noch historisch niedrig sind“, erklärt Andreas Luschnig, Leiter der Interhyp-Niederlassung in Wien. Zudem zeigt die Erhebung, dass viele Menschen die Entscheidung zum Bau eines Hauses oder den Kauf einer Eigentumswohnung als langfristige Angelegenheit betrachten.

Neben geringeren Kaufpreisen und Baukosten halten 56 Prozent geringere Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragungsgebühr, Notarkosten, Verwaltungsabgaben oder Maklerprovision für einen Beweggrund, Wohneigentum zu erwerben. Weitere Argumente für einen Immobilienkauf wären für 53 Prozent eine höhere finanzielle Unterstützung in Form von Fördermitteln, für 44 Prozent geringere Eigenmittelanforderungen bei der Finanzierung und für 38 Prozent noch günstigere Wohnbaukredite.

Zinsen auf niedrigem Niveau

Die Zinsen für Wohnbaufinanzierungen befinden sich laut Interhyp aktuell auf einem historisch niedrigen Niveau. Im Zuge der Corona-Pandemie hatten die Konditionsschwankungen zwar zugenommen, dennoch liegen die Fixzinsen für eine zehnjährige Wohnbaufinanzierung aktuell noch immer bei etwa einem Prozent.

Die Umfrage zeigt zudem, dass die Planung eines Immobilienkaufs vom ersten Gedanken bis zur Kaufentscheidung kein kurzfristiger Prozess ist, sondern sich über längere Zeit hinzieht – oft über Jahre. Die kurzfristigen Einschränkungen im Zuge des Corona-Shutdowns dürften laut Interhyp vor allem dazu führen, dass Käufe verschoben, aber nicht aufgegeben werden. „Wenn Besichtigungen aktuell nicht möglich sind, wird der Kauf in vielen Fällen später realisiert“, erklärt Luschnig.

Interhyp/Statista-Umfrage, 1.000 Befragte in Österreich

Interhyp hat diejenigen, die noch kein Wohneigentum haben, gefragt, ob sie dies grundsätzlich wollen würden. Insgesamt will mehr als jeder zweite der Befragten (57 Prozent) selbst genutztes Wohneigentum erwerben. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen 20,5 Prozent in eine Immobilie investieren. 25 Prozent planen den Erwerb von Wohneigentum in einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren. 11,5 Prozent wollen erst in zehn Jahren und mehr kaufen. 26 Prozent wollen weder Haus noch Wohnung kaufen, 17 Prozent haben sich darüber noch keine Gedanken gemacht.

Über die Umfrage: Im Auftrag von Interhyp hat Statista 1.000 Menschen in Österreich zum Bauen und Wohnen online befragt. Die Umfrage ist national repräsentativ nach Alter und Geschlecht.