Lob für den Naturschutz. Positive Bewertung / Die blau-gelben Naturschutzprojekte werden über die Grenzen des Landes anerkannt. Am Kamp, in der Wachau und in den March-Thaya-Auen entstehen Folgeprojekte.

Von Tina Wessig. Erstellt am 05. Mai 2014 (12:24)
NOEN, Frank
Die Unteren March-Auen als Musterbeispiel für geglückte Maßnahmen. Foto: Frank
Da werden längst vergessene Donau-Seitenarme renaturiert, Grünkorridore für Wildtierwanderungen eröffnet und seltene Tierarten in ihren Beständen geschützt. Niederösterreichs Ambitionen in Sachen Naturschutz machen von sich reden: Die Europäische Kommission hat die in den letzten Jahren abgeschlossenen LIFE-Naturschutz-Projekte jüngst untersucht. Das Resultat: Alle in NÖ umgesetzten Projekte sind äußerst positiv bewertet worden.

Lebensräume für gefährdete Arten

„Wir freuen uns über die europaweite Anerkennung unserer Naturschutzbemühungen und setzen weitere Maßnahmen, um die Naturraumqualität in Niederösterreich zu verbessern“, sagt Naturschutz-Landesrat Stephan Pernkopf. Immerhin seien im Zuge des EU-Naturschutz-Förderprogramms LIFE bislang 21 Projekte mit einem Volumen von 80 Millionen Euro verwirklicht worden.

Im Rahmen von „Auenwildnis Wachau“ etwa sollen bis 2020 rund 50 Hektar Auwaldbereiche zu Naturschutzgebieten werden, auf denen keine forstliche Nutzung mehr stattfindet; stattdessen sollen sie Lebensräume für gefährdete Arten wie Bechsteinfledermaus, Seeadler und Schwarzstorch werden.

Auf rund 1,6 Hektar sollen überdies Nebenarme als Lebensraum für Fische revitalisiert werden. Und schließlich sollen zehn Amphibienlaichgewässer geschaffen werden, speziell für Donau-Kammmolch und Gelbbauchunke. 3,5 Kilometer natürliche Fließgewässerufer sollen entlang der Nebenarme als Lebensraum für gefährdete Arten wie den Eisvogel bereitstehen.

Auf Entstehung von Grün-Korridoren wird geachtet

Das Projekt „Wasserwelt March-Thaya-Auen“ wird bis 2017 fortgesetzt: Abgetrennte Seitenarme werden an den Fluss angebunden und durch weitere Maßnahmen der Auwald, aber auch Kammmolch und Rotmilan ihrem Bestand geschützt.

Und nicht zuletzt wird auch auf die Entstehung sogenannter Grün-Korridore geachtet: Das Projekt „Alpen-Karpaten-Korridor“ läuft schon, ein Folgeprojekt ist in Planung. Dabei geht es um das gefahrlose Überqueren von Autobahnen für Wildtiere wie den Rothirsch. Dafür wurde von Österreich und der Slowakei sogar ein Memorandum unterzeichnet, das barrierefreies Wandern für Wildtiere über die Grenzen ermöglicht.