Die Ursprünglichkeit beim Bauen

Eine Vorliebe für natürliche Materialien: Seit 2007 betreibt Andi Breuss ein technisches Planungsbüro für Holz-Lehm-Innenarchitektur und achtet besonders auf das Raumklima.

Erstellt am 19. November 2021 | 04:51
Andi Breuss
Ein 170 Jahre altes Bauernhaus in Mitterretzbach wurde von Andi Breuss liebevoll transformiert, sodass die alte Form eines Streckhofes bestehen blieb, die typisch für das Weinviertel ist.
Foto: Romana Fürnkranz

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Andreas Breuss mit natürlichen Baustoffen, insbesondere Holz, Stroh und Lehm. Sein Ziel ist es, synthetische durch natürliche Baustoffe zu ersetzen, um chemie- und emissionsfrei zu bauen und so das Raumklima im Wohnbereich zu verbessern. Eines der ersten größeren Projekte in dieser Richtung war für ihn 2009 die Revitalisierung eines alten Lehmhauses in Mitterretzbach im Weinviertel. Die daraus resultierenden Erfahrungen waren für ihn Beginn und Anstoß, Lehm in weiteren Projekten mit neuen innovativen Lösungsansätzen einzusetzen. Dachbodenausbauten, Einfamilienhäuser, Wohn- und Schulraumgestaltungen, touristische und gastronomische Räume, Möbeldesign und die Gestaltung von Büroräumen gehören zu seinem Aufgabengebiet. Ein wesentlicher Aspekt ist es, die Verwendung natürlicher Baustoffe mit einer zeitgemäßen Architektur zu verknüpfen.

Andi Breuss
Pionier und Visionär: Andi Breuss beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit nachhaltigen Materialien.
Breuss

Dass ihm das gut gelingt, zeigen die zahlreichen Architekturpreise, die er bereits bekommen hat, darunter den Niederösterreichischen Holzbaupreis 2019 in der Kategorie „Wohnbau“ für das „Co-Sharing House Waldviertel“. Sein umfangreiches Wissen gibt Breuss auch weiter. An der New Design University in St. Pölten lehrt er seit 2010 Materialkunde, an der Technischen Universität Wien hat er bereits seine zweite Gastprofessur inne.

In derselben Gasse, in der das 2009 revitalisierte Lehmhaus steht, transformierte Andi Breuss 2020 nun ein weiteres Haus in Mitterretzbach. „Es ist unglaublich interessant, was man aus allen Häusern alles machen kann. Wenn man nun in dem Haus steht, glaubt man, dass es sich um ein völlig neues handelt.“ Das Haus aus dem 19. Jahrhundert wurde in einer sogenannten „gsatzten“ Lehmbauweise errichtet und jahrelang von der Besitzerin verantwortungsvoll gepflegt. „Sie wollte das Haus in seiner Ursprünglichkeit erhalten.“ Auch die neuen Besitzer wollten die Ursprünglichkeit bewahren, es aber modernisieren.

Behutsam wurde daher die Lichtsituation des Hauses geändert, kleine Fenster wurden zu Terrassentüren umgebaut, wobei neue Raumverbände durch zusätzliche Öffnungen und mit einem Holzzubau entstanden. Die Materialien wurden an den historischen Bestand angelehnt und bei den neuen Gestaltungselementen in unbehandelter Form eingesetzt, um etwa die Feuchtigkeitsregulierung nicht einzuschränken. Breuss: „Holz und Lehm können hier ihre Vorteile und Stärken voll ausspielen und den neuen Bewohnern ein gesundes und emissionsfreies Raumklima bieten.“

 

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