Die Tulpe, ein Irrtum?. Ein Dolmetscher zeigte auf die Tulpe auf dem Turban und sagte dazu "tülbend", was in der türkischen Sprache "Turban" bedeutet. So entstand der Blumenname und hält sich bis heute, auch wenn die meisten Züchtungen seit langem aus Holland stammen.

Erstellt am 14. Mai 2015 (07:00)
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Ihren Ursprung haben Tulpen in Zentralasien. Von dort gelangten sie einst in das Osmanische Reich, wo sie zwischen 1520 und 1566 in jeder Hinsicht aufblühten. In den Gärten von Suleiman dem Prächtigen sollten jährlich eine halbe Million der Zwiebelblumen gepflanzt worden sein.

Der Tulpenboom ging allerdings von Wien aus. Ogier Ghislain Busbecq, ein Gesandter des Habsburgerreiches, reiste nach Istanbul und schrieb in einem Brief: „Die Tulpe duftet nicht, sondern wird ihrer Schönheit und Farbenvielfalt wegen gerühmt. Die Türken sind verrückt und zahlen eine Menge Geld für einen Tulpenstrauß.“

Auch Zwiebeln und Samen schickte er an den Wiener Hof. Kein Minderer als der Botaniker Carolus Clusius nahm in Folge ein paar Zwiebeln in die Niederlande mit, als er dort die Stelle des Direktors im Botanischen Garten in Leiden antrat.

Tulpomanie führt zu Spekulationsgeschäften

Tulpen waren damals in Holland noch nicht die allerorts präsenten Frühlingsblumen, sondern exotische und seltene Pflanzen. Solche Kostbarkeiten zu besitzen, galt als Statussymbol. Für besondere Zwiebeln wurden unvorstellbare Beträge gezahlt, die dem Wert eines Grachtenhauses entsprachen.

Menschen, die schnell reich werden wollten, setzen in dieser Zeit Haus und Hof aufs Spiel. Während anfangs spektakuläre Gewinne erzielt werden konnten, verloren sie bald Hab und Gut. Als der Markt 1637 völlig zusammenbrach, war der Tulpenrausch vorbei.

Im Gegensatz zu Narzissen verschwinden Tulpen im Lauf der Jahre und sollten daher immer wieder neu gepflanzt werden. Eine Ausnahme sind botanische Tulpen, die im Garten verwildern. Sie wachsen sehr niedrig und sehen aus, als kämen sie schon blühend aus dem Boden. Die kleinen robusten Zwiebelpflanzen trotzen Wind und Wetter und brauchen keine Pflege. Manche Sorten haben zu leuchtenden Blüten gestreifte Blätter.

Empfehlenswerte Arten und Sorten: Tulipa kaufmanniana (Berlioz), eine sehr aparte Mini-Tulpe, T. fosteriana (Spring Pearl) mit rot-weißen Blüten, T. fosteriana (Purissima) mit Funkien ähnlichen Blättern,
T. greigii (Zampa), eine duftende Tulpe, und die Sorten Lovely Suprise und Annie Salomons von T. greigii.

In der Vase: Rühr mich nicht an!

Langstieligere Tulpen eignen sich auch hervorragend als Schnittblumen. Die Entwicklung von der Knospe zur Blüte bis hin zum Abblühen gestaltet sich in der Vase malerisch. Die Haltbarkeit von acht bis zehn Tage lässt sich noch verlängern: Legen Sie einen Bund Tulpen in Zeitungspapier gehüllt eine Stunde ins Wasser.

Schneiden Sie die Tulpen nur einmal an, dann bleiben sie im Wasser und die Vase wird nur aufgefüllt. Tulpen gehören zu jenen Schnittblumen, bei denen der Blumenfreund von „Rühr-mich-nicht-an-Blumen“ spricht.

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