Eine Küche für alle. Die Küche ist das Zentrum des Hauses – aus diesem Grund sollte sie durch Barrierefreiheit gleichermaßen für Jung und Alt nutzbar sein.

Erstellt am 10. Oktober 2014 (15:30)
Symbolfoto
NOEN, imtmphoto/Shutterstock.com
Worauf kommt es an, damit alle die Küche mühelos benutzen können?

Das A und O ist die richtige Planung. Hier wichtige Tipps:

  • Backofen, Kühlschrank und Spülmaschine gehören auf angenehme Belade- und Entnahmehöhe montiert.

  • Backöfen mit herausziehbarem Backwagen erleichtern die Arbeit enorm und man zieht sich nicht so leicht Verbrennungen am heißen Rohr zu.

  • Spülen und Herdmulden ohne Unterbau ermöglichen es, diese Arbeitsbereiche letztlich auf individueller oder einstellbarer Höhe zu installieren.

  • Unterfahrbare Arbeitsbereiche erleichtern all jenen die Küchenarbeit erheblich, die sitzend arbeiten möchten – oder müssen.

  • Alle Schalter und Steckdosen sollten unbedingt gut erreichbar montiert werden. Nicht vergessen sind dabei auch die Schalter für die Dunstabzugshaube.

  • Einhand-Mischbatterie mit langem, gut greifbarem Hebel sind leicht erreichbar und auch bedienbar.

  • Besonders komfortabel sind im Küchenbereich sogenannte Paternosterschränke, da sie durch rotierende Böden die Entnahme von Geräten und Lebensmitteln auf individuell bevorzugter Höhe ermöglichen.

  • Unterschränke am besten als Auszüge ausführen – dann kommt man an alles, was man zum Kochen braucht, gut heran.

  • Speis oder Abstellraum ist unbedingt ausreichend zu dimensionieren. Eine Bewegungsfläche von 150 Zentimetern muss einplant werden. Und bitte die Regale mit Fußstützen unterfahrbar machen.

Neben baulichen Lösungen und bewährten Einrichtungsideen gibt es noch eine Menge praktische Details:

  • Bei einem Herd mit Ceranplatten sind Sensortasten zu vermeiden. Blinde oder sehbehinderte Menschen können diese Tasten nicht spüren und daher in Folge den Herd nicht bedienen.

  • Die Arbeitsflächenbeleuchtung ist so auszuwählen, dass diese nicht blendet und individuell nach Größe einstellbar ist. Eine horizontale Griffstange, an der Arbeitsplatte erleichtert das Stehen.

  • Ergonomisch richtige Griffe sind wichtig. Gut geeignet sind Bügelgriffe, noch besser, wenn sie sich zusätzlich vom Hintergrund abheben.

  • Ruhige, nicht spiegelnde Oberflächen helfen dabei, abgelegte Gegenstände nicht zu übersehen.

  • Rutschhemmende Arbeitsmatten oder ein Fixierbrett sind ideal, wenn man nur mit einer Hand einsatzfähig ist oder einfach sicher sein will, dass die Gegenstände während der Arbeit nicht verrutschen.

  • Hitze- und Rauchmelder über Blitzlichtalarm sollten für schwerhörige oder gehörlose Personen zur Grundausstattung gehören.

  • Um gefahrlos mit einer Hand den Topf mit heißem Wasser kippen und ausleeren zu können, ist eine schräge Ausgusshilfe in der Spüle besonders praktisch.

Mehr zum Thema barrierefreies Wohnen finden Sie in dem Handbuch „BARRIERE:FREI“ vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Kostenlos erhältlich über das Broschürenservice des Ministeriums: https://broschueren-service.sozialministerium.at

Hier geht's zum NÖN-Extra "Aktiv im Alter", wo Sie mehr über das Thema "Seniorengerechtes Wohnen" lesen können: