Es liegt was in der Luft!. Duftende Pflanzen sprechen unsere Sinne an. Nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Nase sind sie ein Erlebnis. Viele von ihnen tragen weiche oder filzige Blätter und laden zum Berühren und Fühlen ein. Duftpflanzen sind Balsam für Körper und Seele.

Erstellt am 01. Mai 2015 (07:10)
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Rosen dürfen im Garten nie fehlen. Achten Sie bei der Auswahl auf den Duft!
Etwa 30 Millionen Riechzellen besitzt der Mensch, an ihnen strömt die Luft beim Einatmen durch die Nase vorbei. Dabei werden Informationen im Gehirn gespeichert und mit bisherigen Duftmerkmalen verglichen. So kommt es, dass bestimmte Gerüche ohne unser bewusstes Zutun Erinnerungen wachrufen.

Warum duften Pflanzen?

Blüten duften in erster Linie, um Insekten anzulocken und damit die Bestäubung der Blüten zu sichern. Pflanzen sind dabei aber effizient – sie produzieren die kompliziert aufgebauten Duftstoffe nur, wenn es sich auch lohnt: Tagsüber duften Blüten, die Bienen anlocken wollen, abendlicher Duft richtet sich an Nachtfalter.

Wenn bei schlechtem Wetter kaum Bienen fliegen, riechen auch die Blüten nicht so intensiv. Pflanzen mit kräftigen Blütenfarben brauchen gar nicht intensiv zu duften, sie locken Insekten ohnehin mit der Farbe an. Dezent gefärbte Blüten hingegen duften oft besonders intensiv.

Kein Garten ohne Rosen

Die Zeit, als Blütengröße das Maß aller Dinge in der Rosenzucht war, ist vorbei. Heute ist auch Duft gefragt, oft verbunden mit dem Charme alter Zeiten. Vor allem unter den Englischen Rosen, Alba-Rosen, Moschata-Rosen und Damaszener Rosen findet man eine reiche Auswahl herrlich duftender Sorten.

Aber auch unter den Wildrosen gibt es empfehlenswerte Arten für den Garten, die mit zartem Duft erfreuen. Dazu zählen die Essigrose mit rosaroten Blüten, die Kartoffelrose mit lila Blüten, die Vielblütige Rose mit weißen und die Zimtrose mit dunkelrosa Blüten. Wenn man sie nach der Blüte nicht zurückschneidet, erfreuen sie im Herbst obendrein mit attraktivem Hagebuttenschmuck.

Leichte, würzige Düfte

Frisch und leicht duften viele Kräuter und Gewürze: Thymian-, Salbei- oder Minze-Arten verströmen das Aroma von Orangen, Zitronen, Ananas und vielem mehr. Aber auch Würzkräuter wie Bohnenkraut, Oregano, Rosmarin und Minzen sollten in Terrassennähe nicht fehlen. Mit ihnen lässt sich das Dufterlebnis in die Küche mitnehmen.

NOEN, Floradania
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Gerade bei den Minzen gibt es eine unglaubliche Geschmacksvielfalt zu entdecken: Ob Erdbeerminze, Bananenminze, Schokominze oder Kärntner Minze für die Kärntner Kasnudeln – nur mit Minzen alleine ließe sich bereits ein Duftbeet bepflanzen. Ein Freudenfest für die Nase sind Duft-Pelargonien. Bei manchen muss man an den Blättern reiben, bei anderen genügt ein Windhauch: Sie duften nach Apfel, Pfirsich, Orange und Zitrone über Muskat, Zimt, Kokos und Pfefferminze bis zu Rosen – die Auswahl ist riesengroß.

Vanille, Honig und noch mehr Süßes

Wer üppige, süße Düfte liebt, wird an der Vanilleblume nicht vorbeikommen. Sie verströmt vom Frühsommer bis in den Herbst hinein ein feines Vanillearoma. Auch Duftwicken riechen zart nach Vanille. Diese Kletterer blühen in Pastellfarben und sind bestens für schnellen Sichtschutz geeignet.
Der Polster bildende Duft-steinrich hat einen außergewöhnlichen Honigduft und entwickelt sich auch in Balkonkästen großartig.

Ein unkomplizierter Strauch, der sich in großen Gefäßen gut kultivieren lässt, ist der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch. Seine fliederartigen, violetten, weißen oder gelben Blütenrispen duften süß und sind für Schmetterlinge einfach unwiderstehlich. Und Sie können bequem vom Liegestuhl aus das farbenprächtige Tummeln beobachten.

Schokoladenduft gewünscht? Die Blüten des Schwarzen Schmuckkörbchens duften ganz eindeutig nach Schokolade und auch am Duft der Schokoladenminze werden Schokofans Gefallen finden – er erinnert an Schoko-Pfefferminz-Naschereien.

Wohlriechendes für Nachtschwärmer

Wer den Garten vor allem abends nutzt, muss dabei nicht ohne wohlriechende Pflanzen auskommen. Hat sich die Sonne nach einem schönen Sommertag verabschiedet, legt sich ein Spiel der Düfte über diesen Gartenbereich. Zu den einjährigen nächtlichen Duftpflanzen zählen die Wunderblume mit ihrer fruchtigen Frische und die Levkoje, die exotisch nach Gewürznelken riecht.

Besonders reizvoll ist der Duft von Nachtviolen, den „Veilchen der Nacht“. Sie sind mit ihren rosafarbenen, violetten oder weißen Blüten eine gut besuchte Bienenweide. Nachtkerzen bieten ein besonderes abendliches Schauspiel, denn sie entfalten ihre gelben Blüten wie in Zeitlupe. Eine Schönheit, bei der man abends unbedingt vorbeischauen sollte, ist die Madonnenlilie mit weißen, großen Trichterblüten und schwerem, süßlichen Duft.

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