Wohnen in der Zukunft. Das Forschungs- und Technologieprogramm "Haus der Zukunft" des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie fördert seit 1999 Technologieentwicklung und Konzepte für energieeffizientes Wohnen. In den verschiedenen Programmphasen erweiterte sich der Fokus vom Einzelgebäude auf das Quartier bzw. die gesamte Stadt.

Erstellt am 01. April 2015 (12:55)
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Das im EU-weiten Wettbewerb GAU:DI siegreiche "Palettenhaus" besteht aus 800 (gebrauchten) Paletten und ist somit ein innovatives Holzbau-System, das zusätzlich zu den üblichen Vorzügen des Holzbaus durch den Einsatz bereits gebrauchter Paletten kreislauffähig wird.
NOEN, plattenhaus.com
„Haus der Zukunft“ ist ein Programm, das weltweit zu den erfolgreichsten Forschungsprogrammen im Bereich „Nachhaltiges Baues“ zählt, und das dazu beigetragen hat, dass Österreich in diesem Spektrum die Technologieführerschaft besitzt.

Es ist ein mehrjähriges Forschungs- und Technologieprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und wurde 1999 gestartet. „Es fördert Technologieentwicklungen und Konzepte für energieeffizientes Wohnen“, fasst Isabella Zwerger vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zusammen. Zu Beginn stand vor allem die Passivhaustechnik im Fokus.

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Im Rahmen der Sanierung einer gründerzeitlichen Wienerwaldvilla (Purkersdorf) wurden vier moderne Wohnungen geschaffen und eine Erweiterung bzw. Nachverdichtung des Grundstücks durch weitere Passivhäuser in der Wintergasse ausgeführt.
NOEN, zVg

„Gerade in der ersten Phase bemerkten wir, dass die Passivhaustechnologie mit Vorbehalten behaftet war, bis wirklich überzeugt werden konnte, dass es funktioniert“, erinnert sich Zwerger zurück. Mittlerweile weist Österreich die höchste Passivhausdichte weltweit auf.

Nachhaltig bauen und sanieren

Aufbauend auf der solaren Niedrigenergiebauweise und dem Passivhaus-Konzept sowie Ansätzen zur Nutzung ökologischer Baustoffe und nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen werden zukunftsweisende Konzepte entwickelt und umgesetzt – sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung.

Das „Haus der Zukunft“ zeichnet sich durch eine deutlich erhöhte Energieeffizienz, einen verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger, der Nutzung nachwachsender und ökologischer Rohstoffe sowie einer umfassenden Berücksichtigung von Komfortaspekten bei vergleichbaren Kosten zu konventionellen Bauweisen aus. Mehr als 450 Forschungsprojekte konnten im Rahmen von Haus der Zukunft umgesetzt werden.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen startete die Programmphase „Haus der Zukunft Plus“, die Ergebnisse des Strategieprozesses „Energie 2050“ berücksichtigte. „Ziel waren Gebäude, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen“, erklärt Isabella Zwerger und sagt weiter: „Es stellte sich heraus, dass das Plus-Thema nicht so einfach wie gedacht war, vor allem hinsichtlich rechtliche und wirtschaftliche Dinge.“

Neu: "Stadt der Zukunft"

In Folge von „Haus der Zukunft“ und „Haus der Zukunft Plus“ fokussiert sich seit 2013 das Interesse auf die „Stadt der Zukunft“. Dieses Programm strebt die Erforschung und Entwicklung von diversen neuen Technologien, technologischen (Teil-)Systemen und urbanen Dienstleistungen für die Stadt der Zukunft an. „Ein sehr komplexes Thema, da Komponenten wie die Gebäude in der Stadt, Energienetze, Stadtplanungsmodelle, aber auch Mobilität zusammengefügt werden“, erklärt Isabella Zwerger.

Neue Technologien sollen mithelfen, Arbeiten, Leben und Wohnen im Zusammenspiel mit Verkehr und Produktion in den Städten umweltfreundlicher und energieeffizienter zu machen. Zugleich werden auch technologische Lösungen gesucht, die das tägliche Leben der Menschen leichter machen sollen und auch leistbar sind.

www.hausderzukunft.at

Mehr Infos rund ums Wohnen in der Zukunft finden Sie in der NÖN-Sonderbeilage "Bauen, Wohnen, Energiesparen":