Ein Haus in vierzehn Tagen

Im niederösterreichischen Oberwaltersdorf werden mittels Baukastensystem und spezieller Baustellenlogistik Einfamilienhäuser im Rekordtempo gebaut. Wie (schnell) das geht, fand Bettina Kreuter im Gespräch mit Stefan Schrenk heraus.

Erstellt am 23. Mai 2018 | 04:42
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Foto: Lukas Lang Building Technologies

Wer gerne beim Entstehen von Gebäuden zuschaut, muss dieser Tage schnell sein. In Oberwaltersdorf im Bezirk Baden dauert es höchstens 14 Werktage, bis ein schmuckes Einfamilienhaus auf der grünen Wiese steht. Und nicht nur das: Auch innen ist alles für den Einzug fertig. Glaubt man dem Waldviertler Tischler Stefan Schrenk, könnte es bei zukünftigen Projekten durch Verbesserungen sogar noch schneller gehen.

Interessierte können sich schon jetzt davon überzeugen, dass es sich in den Häusern auch komfortabel leben lässt. Der erste Bauabschnitt mit vier Häusern mit einer Größe von 60 bis 120 Quadratmetern ist fertiggestellt. Der nächste ist in Planung, der genaue Baustart wird in den kommenden Wochen festgelegt. Insgesamt entstehen hier im südlichen Niederösterreich 19 Einfamilienhäuser im Baukastensystem.

Ein fixes Team und qualifizierte Arbeiter

Um die schnelle Fertigungszeit zu erreichen, müssen alle Prozesse sehr gut durchdacht und geplant sein. „Unsere qualifizierten Facharbeiter sind hier das Um und Auf. Die Methode gewährleistet, dass die Arbeiter, Materialien in höchster Qualität optimal (zum Zeitpunkt des Bedarfes) gemeinsam mit den passenden Werkzeugen und Hilfsmitteln vorfinden“, verrät Stefan Schrenk eines der Geheimnisse.

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So werden die in Oberwaltersdorf in Kooperation von Lukas Lang und der Firma Schrenk errichteten 19 Einfamilienhäuser aussehen.
Foto: Lukas Lang Building Technologies

In der Planungsphase, also vor dem Baustart, wird ein fixes Team von Experten und Handwerkern zusammengestellt. Dieses plant gemeinsam den Ablauf des Projektes und die Umsetzung. Es werden Arbeitsabläufe abgestimmt und die Material- und Logistiktätigkeiten festgelegt. Der Bauzeitenplan kann zu 100 Prozent eingehalten werden. Das Haus ist dann fertig, wenn es fertig sein soll.

Erfahrung & Vernetzung als Voraussetzung

Zwischen Lukas Lang und Stefan Schrenk besteht eine lange Geschäftsbeziehung, auch beim Ausweichquartier für das Parlament arbeitete man zusammen. Das Team wird, je nach Bedarf und Projekt, vom federführenden Unternehmen gemeinsam mit dem Bauherren zusammengestellt.

Eine gute Vernetzung zwischen den Handwerksbetrieben ist Grundvoraussetzung. Alle ein bis zwei Monate gibt es gemeinsame Treffen, wo Projekte, Erfahrungen und Neuigkeiten ausgetauscht werden.

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Der Waldviertler Tischler Stefan Schrenk zeichnet nicht nur für den Innenausbau (im Bild seine Treppe) verantwortlich, sondern für die gesamte Montage der 14-Tage-Häuser in Oberwaltersdorf.
Foto: Markus Bstieler

Hier hat sich die Zusammenarbeit, aufgrund früherer Projekte, mit einigen Waldviertler Handwerksbetrieben angeboten. Die beteiligten Firmen aus dem Waldviertel sind neben Schrenk auch noch Waku Böhm Fenster GmbH, Appel GmbH und treppen-türen-technik GmbH.

Viele Teile für ein Baukastensystem

Für das Baukastensystem von Lukas Lang wird jedes einzelne Element, von der Tragkonstruktion bis zur Haustechnik, im Detail designt, entwickelt, getestet und zertifiziert und anschließend in einem rationellen Prozess mit höchster Qualitätsprüfung industriell in großen Stückzahlen gefertigt.

Die vorgefertigten, standardisierten Holzbauteile werden mittels Schraub- und Steckverbindungen an Ort und Stelle zusammengefügt.

Das ermöglicht kurze Bauzeiten ohne Schmutz- und Lärmbelästigung. Um- oder Zubauten, Erweiterungen oder die Übersiedlung des ganzen Gebäudes an einen neuen Standort sind mit dieser modularen Bauweise möglich.

Für die Montage des Hauses samt Fassadenelementen und Fenster, Zwischenwände und Installationen, Bodenbeläge sowie Treppen und Türen zeichnet Stefan Schrenk verantwortlich. Mit seiner ausgeklügelten Baulogistik erstellt er einen Taktplan, damit alle beteiligten Gewerke zeitgerecht und Hand in Hand arbeiten können.

Von der NÖN-Sonderjournal-Redaktion