So sieht das grüne Haus der Zukunft aus. Das Passivhaus Eisenstraße wurde von Holzbau Strigl konstruiert und gebaut. Es besteht aus 99 Prozent ökologischen Baustoffen und ist daher ein absolutes Vorbildmodell auf dem Gebiet.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 02. November 2019 (03:23)
Auftragsfoto.at/ Stefan Sappert
Eine zeitgemäße Formensprache ökologische Bauweise und innovative Haustechnik waren die Anforderungen beim Vorzeigeprojekt „Passivhaus Eisenstraße“.

Dass Einfamilienhäuser in Holzbauweise gebaut werden, ist an sich nichts Außergewöhnliches. Ist Holz doch besonders im Alpenraum seit Jahrhunderten ein bevorzugter Baustoff. Ein modernes Passiv-Einfamilienhaus, das in ökologischer Bauweise errichtet wurde und welches mit dem klimaaktiv Gold Standard ausgezeichnet wurde, ist dennoch bemerkenswert.

Das Einfamilienhaus „Passivhaus Eisenstraße“ wurde durch den Holzbau Strigl aus Lunz am See errichtet. Der Architekt Andreas Kirchleitner (EcoConcept) legte besonderen Wert auf eine zeitgemäße Formensprache, kombiniert mit ökologischer Bauweise und innovativer Haustechnik. In der klimaaktiv Gebäudebewertung wurde das Gebäude mit 925 von 1.000 möglichen Punkten mit dem Gold Standard ausgezeichnet.

„Das Haus erzeugt durch Beheizung, Klimatisierung und Warmwasser-Aufbereitung mehr Energie, als es braucht.“Zimmermann Adi Strigl

Das Einfamilienhaus in Neubruck in St. Anton an der Jeßnitz wurde bereits im Jahr 2015 feierlich eröffnet. Es wurde als Passivhaus in Holzständerbauweise ausgeführt, wobei großes Augenmerk auf ökologische und hochwertige Materialien gelegt wurde. Die Bauzeit des Gebäudes betrug nur knapp ein halbes Jahr und zeigt gut die Möglichkeiten moderner Holzwerkstoffe in Kombination mit handwerklichen Fähigkeiten.

Eine Gebäudehülle mit spitzem Satteldach entspricht auf dem ersten Blick den Traditionen in der Region. Darunter jedoch verbirgt sich ein moderner Kubusbau mit großen Fensterflächen. Bezeichnend sind großzügige Terrassenflächen, ein integrierter Sonnenschutz und der barrierefreie Zugang.
Die Nutzfläche beträgt rund 150 m² und entspricht damit einem typischen Einfamilienhaus. Der Keller besteht aus Beton und wurde frostfrei und wasserdicht ausgeführt. Das Gebäude darauf mit der thermischen Gebäudehülle besteht aus etwa 123 m³ Holz.

Die Holzflächen wurden im Innenraum größtenteils sichtbar belassen, was eine diffusionsoffene Bauweise sicherstellt. Dem Thema Eisen, welches in der Region lange Tradition hat, wurde mit dem Stützrahmen der Hülle Rechnung getragen.

Im Innenraum sorgt eine Komfortlüftung für gesundes Raumklima und Wohlbefinden. Die Luft wird über eine 200 Meter lange Soleleitung vorgewärmt. Im Sommer dient sie der Kühlung. Wärmebedarfsspitzen werden durch elektrische Lufterwärmung abgedeckt.

Der Strombedarf für Warmwasser, Heizung und Lüftung liegt bei etwa 1.800 kWh im Jahr, was Kosten von rund 330 Euro entspricht. Jedoch produziert das Passivhaus mit der Photovoltaikanlage von 3,5 kWp mehr Strom als es braucht und wird damit zu einem Plusenergiehaus. Ziel des Bauherrn Adi Strigl war es von Anfang an, den Energiebedarf des Hauses über den gesamten Lebenszyklus möglichst gering zu halten.