Vorsicht bei den Sparzinsen!. Wer sein Geld auf einem Sparbuch bindet, kann noch etwas mehr herausholen.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 26. Oktober 2018 (10:12)
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Die Zinsen betragen im Schnitt bei einem täglich fälligen Sparbuch bei den Filialbanken 0,01 Prozent.

Die Österreicher lieben ihr Sparbuch. Doch rentiert sich das noch? Welche Alternativen gibt es? Und worauf soll man achten? Die Arbeiterkammer gibt Antworten.

Momentan betragen die Zinsen im Schnitt bei einem täglich fälligen Sparbuch bei den Filialbanken 0,01 Prozent. Wer sein Geld bindet, kann mit etwas mehr Zinsen rechnen. Vorsicht ist jedenfalls geboten, wenn man das Sparbuch auflösen möchte, denn es können etwa teure Schließungsspesen entstehen. Das ergibt sich aus einem Sparzinsen-Test der Arbeiterkammer, der bei 37 Filial- und Onlinebanken durchgeführt wurde.

Wer Online-Sparkonten bevorzugt, bekommt für täglich fälliges Geld im Durchschnitt 0,15 Prozent. Von zwölf Filialbanken verrechnen fünf Institute dafür keine Spesen: Bank Austria, BAWAG, Deniz Bank, Erste Bank, RLB NÖ Wien. Die anderen sieben Banken verrechnen Schließungsspesen zwischen 3,20 (Bank Burgenland) und sieben Euro (Hypo Tirol).

„Wer sein Geld auf einem Kapitalsparbuch binden möchte, hat etwas mehr an Fixzinsen“, sagt Christian Prantner. Konsumentenschützer der Arbeiterkammer. Für Kapitalsparbücher/Festgeld auf zwölf Monate gibt’s 0,10 bis 0,96 Prozent Zinsen, für 36 Monate zwischen 0,20 und 1,20 Prozent und für 60 Monate zwischen 0,50 und 1,40 Prozent – in der Regel ist jedoch ein Mindestbetrag erforderlich.

Die Überprüfung der Arbeiterkammer ergibt weiters, dass gerade bei Sparkonten beziehungsweise bei Sparcards die Spesen den Zinsertrag zur Gänze auffressen können.

Spesenfallen lauern bei vorzeitigem Abheben

Über zusätzliche Spesen sollte man sich gut informieren. Oft fallen eine Art „Strafzinsen“ beim vorzeitigen Abheben eines Sparbuchs mit Bindungsfrist an und das Ersparte wird wieder weniger.

„Bei täglich fälligen Sparkonten und Sparcards ist auffällig, dass nur drei von acht Banken keine Spesen verrechnen“, sagt AK-Konsumentenschützer Christian Prantner. „Die restlichen fünf Banken verrechnen Kontoführungsspesen zwischen 0,85 und 1,50 Euro pro Quartal.“ Dann können auch noch Spesen für händisch bearbeitete Buchungen verlangt werden oder jährliche Kartengebühren fallen an.

Beispielsweise beträgt bei einem Sparkonto (täglich fällig) mit einem Zinssatz von 0,05 Prozent der Zinsertrag bei einem Sparbetrag von 5.000 Euro gerade 1,88 Euro (nach Steuer).

Die jährlichen Kontoführungsspesen betragen 10,22 Euro – weit über den Zinsertrag hinaus. Es ist zwar von der Bank festgelegt, dass die Spesen die Zinsen nicht übersteigen dürfen, aber dennoch kommt in Summe null Ertrag dabei heraus.