Fensterputzmittel: Selbstgemachtes kann „gut“ mithalten. Ist ein fertig gekauftes Fensterreinigungsmittel besser als ein selbst zusammengemischtes Hausmittel? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die Probe aufs Exempel gemacht: 17 Produkte, darunter 15 gebrauchsfertige Fensterreinigungsmittel, ein Fensterreiniger-Konzentrat sowie ein von den VKI-Testern selbst gemischtes Hausmittel traten den Vergleich miteinander an.

Von Redaktion NÖN.at und Redaktion BVZ.at. Erstellt am 11. Mai 2020 (11:48)
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Die Reinigungsmittel mit Preisen zwischen 0,10 und 1,38 Euro pro 100 ml wurden nicht nur hinsichtlich ihrer Reinigungsleistung und Glanzwirkung bewertet, sondern auch, ob sie Schutz gegen auftrocknende Regentropfen bieten und ob sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Insgesamt wurden 8 Produkte mit „gut“ bewertet, darunter auch das selbst hergestellte Hausmittel. 9 Produkte erhielten eine „durchschnittliche“ Beurteilung. Weniger erfreulich: In 5 Fensterreinigungsmitteln wurden potenziell allergieauslösende Stoffe gefunden. Die Testergebnisse im Detail gibt es ab dem 30.4. in KONSUMENT und auf www.konsument.at.

DIY-Produkt überzeugte im Test

Wer über die Inhaltsstoffe eines Produktes Bescheid wissen möchte und daher auf Do-it-yourself (DIY) setzt, der ist beim Fensterputzen mit jener leicht herzustellenden Mischung gut bedient, die der VKI ins Rennen geschickt hat. Die aus jeweils 250 ml Wasser und 250 ml Ethanol (handelsüblicher Brennspiritus) sowie 15 ml Apfelessig bestehende Mischung überzeugte bei der Reinigungsleistung, der Glanzwirkung sowie bei der Tropfen- und Streifenbildung.

Lediglich Regentropfen perlten nicht so gut ab. Das war jedoch bei der großen Mehrheit der Reinigungsmittel auch nicht besser. Gesamt gab es für das Hausmittel eine „gute“ Beurteilung. Preislich zählt die DIY-Mischung mit 0,10 Euro pro 100 ml zu den günstigsten Produkten. 3 Eigenmarken sind zwar ebenfalls für diesen Preis erhältlich, diese schnitten aber im Test etwas schlechter als die Eigenmischung ab.

4 Fensterreinigungsmittel hatten dagegen bei der Reinigungsleistung, dem wichtigsten Kriterium, größere Probleme: Blink (Müller), Frosch, Tandil eco (Hofer) und sodasan. Letzteres war zudem das einzige Produkt im Test, das bei der Tropfen- und Streifenbildung nicht gut abschnitt. Kritik gab es zudem an 5 Reinigungsmitteln (Cif, Clever, Clin, Ecover, Sonett), die potenziell allergieauslösende Konservierungsstoffe und/oder Duftstoffe enthielten. „Aus unserer Sicht ist der Zusatz von Duft- und Konservierungsstoffen in solchen Produkten unnötig, umso mehr, wenn sie im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Denn durch den Sprühnebel kann man sehr leicht in Kontakt damit kommen“, betont VKI-Projektleiter Christian Undeutsch.

Mittlerweile häufen sich auch bei Fensterreinigungsmitteln diverse Umweltkennzeichnungen. „Wer sich nicht sicher ist, wie aussagekräftig verwendete Umweltsiegel sind: „Mit dem Österreichischen Umweltzeichen und dem EU Ecolabel ist man jedenfalls auf der sicheren Seite“, so Christian Undeutsch. „Denn hier sind Chlorverbindungen und Mikroplastik verboten. Die eingesetzten Chemikalien müssen gut abbaubar sein und dürfen Wasserorganismen, aber auch die menschliche Gesundheit nicht belasten. Und nicht zuletzt gibt es auch erhöhte Anforderungen an die Verpackung in puncto Recycling.“