Wasserinseln im Grünen. Ein Teich im Garten, versteckt durch Wasserpflanzen oder gut sichtbar zum Schwimmen gleich neben der Terrasse, gibt dem eigenen Grün eine zusätzliche Oase für alle Sinne. Er plätschert und glitzert in der Sonne und bei Hitze schenkt der Teich auch Abkühlung.

Erstellt am 21. Mai 2014 (11:00)
NOEN, BGL
Fast in jedem Garten kann man einen Teich anlegen, es kommt nur auf die Art des Teiches an. Will ich nur einen kleinen Zierteich oder ein Biotop mit Schwimmbereich? Grundsätzlich ist ein Gartenteich immer eine kostspielige Angelegenheit und sollte darum gut durchdacht und geplant werden. 50 % des Erfolges hängen von der Planung ab, das spart Zeit, Energie und Geld.

Wo soll der Teich im Garten sein?

Möchte ich hinschauen können vom Haus aus, hätte ich ihn gerne in einem geschützten Teil des Gartens oder soll er gleich neben der Terrasse liegen. Das sind die ersten Überlegungen, die mit einer Checkliste entschieden werden können:

Sind Kinder im Haus? Wie sieht es mit deren Sicherheit aus? Für diese sollten je nach Alter eigene Spielbereiche wie Planschbecken oder Stehplätze im Schwimmbereich eingeplant werden. Bei Kleinkindern muss man an eine Absperrung des Gartenteiches denken.

Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Der Grundwasserspiegel sollte nicht zu hoch sein (maximal 2 Meter hoch), denn je flacher der Teich gegraben ist, umso leichter kippt die Wasserqualität und um so öfter muss er gereinigt werden.

Zu beachten ist auch die Sonneneinstrahlung. Der Teich sollte nicht in der prallen Sonne sein, 4 bis 6 Stunden Sonne pro Tag wären ideal. Also 1/3 im Schatten, 2/3 in der Sonne.

Für ein Schwimmbiotop hat auch die Windrichtung große Bedeutung. Denn hat man einen Skimmer (Oberflächensauger), wäre es günstig, wenn der Wind in Richtung des Skimmers weht, dadurch wird die Oberfläche besser geputzt. Der Wind arbeitet sozusagen mit.

Sind Bäume im Umkreis des Teiches? Diese sollten je nach Größe 5 bis 10 Meter entfernt vom Gewässer sein, damit die Baumwurzelausläufer nicht verletzt werden können.

Zu beachten ist auch, ob womöglich Leitungen durch den Garten laufen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt! Und der Abstand zum Nachbargrundstück sollte mindestens zwei Meter betragen.

Wo kommt das Wasser für den Teich her?

In den meisten Fällen ist ein angelegter Teich ein geschlossenes System, das heißt, es muss Wasser zugeführt werden und es wird nicht mit dem Grundwasser des Gartens gearbeitet. Das Füllwasser sollte von guter Qualität sein (bei Brunnenwasser muss man unbedingt die Qualität prüfen lassen, den diese sollte nicht zu nährstoffreich sein und das Wasser sollte auch nicht zu hart sein.

Viele befüllen ihren Teich mit Trinkwasser, das ist manchmal mit Phosphor angereichert. Optimal ist chlorfreies, phosphorfreies weiches Wasser. Regenwasser ist besonders gut. Wenn man dem Teich zum Trinkwasser immer wieder Regenwasser zuführt, hebt das die Wasserqualität. Bei schlechter Qualitätdes Wassers benötigt man zusätzlich einen Biofilter. Außerdem sollte sich der Teichbesitzer im Klaren sein, dass so ein Gewässer einige Zeit braucht, bis das ökologische System in Balance kommt.

Schwimm-Biotop: Je größer, desto besser

Das ökologische System funktioniert bei einem Schwimmteich besser, wenn er groß ist. Die Mindestgröße für ein Schwimm-Biotop ist 60 m2, davon sind für den Regenerationsbereich (Pflanzenzone) 30 m2 einzuplanen. Die Pflanzenzone sollte bei jeder Planung mindestens ein Drittel der Fläche betragen und die Teichfolie sollte nicht dünner als 1,5 mm sein. Es gibt wunderschöne Pflanzen für die Regenerationszone.

„Hier sollte man sich vom Gärtner des Vertrauens beraten lassen“, meint Monika Wawruschka, Gartenarchitektin aus Himberg, „denn je vielfältiger die Pflanzenwelt, umso besser ist das Zusammenspiel und umso effizienter die Reinigung des Wassers durch die Pflanzen.“

 
NOEN, FLH
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In jeder Uferzone gibt es bestimmte Pflanzen. Schilf und große Rohrkolben sind zum Beispiel nicht sehr geeignet, weil sie so wuchern. Seerosen bilden große Wurzelausläufer, darum kann man sie nur in sehr große, tiefe Teiche pflanzen. Der horstbildende Bambus ist eine gute Uferpflanze auch für weniger tiefes Gewässer, denn Pflanzen mit spitzen Ausläufern können die Teichfolie ruinieren.

Schwimmen im Naturbereich stärkt Körper und Seele

In kleinen Bereichen werden die Pflanzen separat gepflanzt und mit Sand und Schotter gefüllt: Zwei Teile Quarzsand und ein Teil Nährstoff aus Ton für die Teichpflanzen und rund herum wird Kies gelegt. Die Abgrenzung des Teiches kann betoniert sein oder aus Holz gebaut, mit sandgefüllten Säcken gelegt oder aber mit Steinen gemauert werden.

Als Teichbesitzer sollte man bereit sein, Algen zu dezimieren, den Boden regelmäßig zu saugen und im Winter die Pflanzen abzuschneiden (natürlich kann das auch ein Profi leisten). Dann steht dem Vergnügen vom Planschen und Schwimmen im eigenen Biotop nichts mehr im Wege. Denn Schwimmen im Naturbereich stärkt Körper und Seele. Und auch wenn man nur am Ufer sitzt und die Beine ins Wasser baumeln lässt, kann das Entspannung und Freude bringen.
 

TEICHFOLIEN

PVC (Polivinilchlorid) mit Gewebeeinlage wird oft verwendet, da sie kostengünstig & gut zu verarbeiten ist, aber nicht umweltfreundlich bei der Entsorgung.

FPO Folie (Flexible Polyolefine) ist stabil, aber schwieriger zu verarbeiten, es gibt sie auch mit Noppen – gut für Einstiege, Stufen oder Nichtschwimmerzonen.

EPDM (Kautschukfolie) ist sehr dehnbar und UV-stabil, gibt es nur in schwarzer Farbe.

PEHD (Polyethylen high density) wird hauptsächlich im Deponiebau verwendet (für sehr große Teiche) Farbe: schwarz und türkis. Doppelte Schweißnähte.

ECB (Ethylen Copolymerisat-Bitumen) grün und schwarz, genaue Verschweißung!

PP-Flex (Polypropylen hohe Flexibilität) ist ziemlich neu, es gibt wenig Erfahrungsberichte.


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