100 Punkte für das Eigenheim?. Das Land NÖ fördert eine nachhaltige Bauweise, bei der alternative Energien zum Einsatz kommen. Bis zu 30.000 Euro werden dafür gewährt. Auch Familien werden unterstützt.

Von Nina Wieneritsch und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 30. Mai 2019 (04:30)
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Auf dem Weg zum Eigenheim ergeben sich einige Hürden – bei den Finanzen hilft das Land NÖ mit der Wohnbauförderung. Besonders junge Familien profitieren davon. Daneben werden eine hohe Qualität der Lage und eine nachhaltige Bauweise, die sich zum Beispiel durch entsprechend umweltschonende Energiesysteme auszeichnet, gewürdigt.
Häuslbauer sollen dazu angeregt werden, möglichst umweltfreundliche Gebäude zu errichten. Das Land hat sich dafür ein Punktesystem überlegt: Abhängig von den verwendeten Energie-Anlagen können Punkte gesammelt werden.

Je umweltfreundlicher ein System ist, desto mehr ist es wert. Pro Punkt gibt es 300 Euro, die höchste Anzahl sind 100 Punkte. 30.000 Euro werden demnach maximal für eine nachhaltige Bauweise ausbezahlt.

Doch was zeichnet ein 100-Punkte-Haus aus?

Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

Ein wichtiger Faktor ist das Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis (A/V-Verhältnis), auch Kompaktheit genannt. Je geringer dieses ist, umso kleiner ist die wärme übertragende Außenfläche bei gleichem Gebäudevolumen. Damit ist weniger Energie notwendig, um die Wärmeverluste auszugleichen – die Heizkosten sinken. Das Land Niederösterreich ermittelt die Punkte hier auf Basis des Heizwärmebedarfs – beträgt dieser 15 Kilowattstunden oder weniger, gibt es 80 Punkte (für die Passivbauweise gelten andere Zahlen).

16 bis 36 Kilowattstunden sind 60 Punkte wert. Sowohl das A/V-Verhältnis als auch der Heizwärmebedarf können im Energieausweis abgelesen werden. Daneben werden Zusatz-Punkte für umweltschonende Heizungssysteme vergeben.

Beispielsweise gibt es für eine Anlage, die auf Basis fester bio gener Brennstoffe funktioniert, weitere 20 Punkte. Diese kann zum Beispiel mit Photovoltaik kombiniert werden, was zusätzlich bis zu 20 Punkten bringt.

Weitere anerkannte Maßnahmen sind ökologische Baustoffe, Barrierefreiheit, begrünte Dächer, ein Sicherheitspaket sowie ökologische Garten- und Freiraumgestaltung. Zusätzlich müssen – je nach verwendetem Energiesystem – mitunter Tests gemacht werden, wenn im Energieausweis bestimmte Zahlen vorgegeben sind. Ein Beispiel dafür ist der Luftdichtheitstest. Dieser ist dann durchzuführen, wenn Wohnraumlüftungskompaktgeräte verwendet werden. Der Testnachweis muss beim Bauabschluss vorgelegt werden. Die bislang genannten Förderungen gelten sowohl für Einfamilien- als auch für Reihenhäuser. Auch der Ersterwerb von Eigentumswohnungen wird nach demselben Prinzip gefördert.

Die Voraussetzung dafür ist, dass im jeweiligen Gebäude mindestens drei Wohnungen über mehrere Geschoße verteilt sind und dass dieses von einem berechtigten Bauträger errichtet worden ist. Alle Details können der aktuellen Broschüre zur Wohnbauförderung des Landes NÖ entnommen werden.

Diese ist online abrufbar unter: www.noe.gv.at