Earth Hour 2019: „Licht aus“ für den Klimaschutz. Am Samstag, den 30. März, heißt es wieder „Licht aus“ für den Klimaschutz. Die von der Naturschutzorganisation WWF ausgerufene "Earth Hour" findet weltweit bereits zum zwölften Mal statt, um ein starkes globales Zeichen an Politik und Gesellschaft zu setzen – bei uns in Österreich ist es um 20:30 Uhr so weit.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 25. März 2019 (05:00)
APA/dpa/Matthias Balk

Zahlreiche Unternehmen und Sehenswürdigkeiten drehen ihre Lichter ab, um symbolisch auf die Folgen der Klimakrise und das damit verbundene Artensterben aufmerksam zu machen.

„Durch die Erderwärmung droht jede sechste Art auszusterben. Gerade die artenreichsten Ökosysteme wie Korallenriffe und Regenwälder sind besonders gefährdet, aber auch in unseren Breitengraden werden die Folgen der Erderhitzung für wichtige Ökosysteme immer sichtbarer - zum Beispiel durch den Gletscherschwund oder die zunehmende Erwärmung von Flüssen und Seen“, sagt Arno Aschauer, Experte für Artenschutz beim WWF Österreich.

"Intakte Ökosysteme und biologische Vielfalt zählen zu den besten Versicherungen gegen die Klimakrise“WWF-Experte Arno Aschauer

Daher soll die "Earth Hour" die Politik aufrütteln und zu einer Trendwende beitragen. „Einerseits müssen wir deutlich mehr für Klimaschutz und Energiesparen tun, andererseits auch unsere Natur besser schützen. Denn intakte Ökosysteme und biologische Vielfalt zählen zu den besten Versicherungen gegen die Klimakrise“, sagt Aschauer.

Alarmierende Zahlen

Die von der Universität für Bodenkultur erhobenen Daten im WWF Living Planet Report für Österreich sind alarmierend: Die Zahl der Wirbeltiere ist hierzulande seit 1986 durchschnittlich um 70 Prozent gesunken, es gibt einen rasanten Verlust von Vögeln, Fischen, Säugetieren, Amphibien und Reptilien.

So leiden etwa in den alpinen Regionen Tiere wie Schneehase, Schneehuhn oder Bachforelle unter den Folgen der Klimaerhitzung – sei es durch mehr Wetterextreme, längere Dürre- und Hitzeperioden oder auch die Einwanderung neuer Arten und Krankheiten, die es früher dort nicht gegeben hat. „Dazu kommt noch der menschliche Raubbau an der Natur. Je mehr Boden verbraucht wird, desto weniger Freiräume gibt es für unsere Natur, was auch Bienen und Schmetterlinge immer stärker belastet und letztlich auf uns Menschen zurückfällt“, warnt WWF-Experte Aschauer.

Breite Unterstützung von Wirtschaft und Gemeinden

Erste Zusagen für die "Earth Hour" 2019 kamen bereits von Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg. Neben diesen Landeshauptstädten bekennen sich auch viele weitere Städte, Gemeinden und Unternehmen aktiv zum Schutz unseres Klimas und verdunkeln als Symbol dafür ihre wichtigsten Gebäude.  

Startschuss in Sydney

Das erste Licht ging 2007 im australischen Sydney aus. Das damals kleine Signal als Symbol für den Klimaschutz wurde über die Jahre zu einer globalen Bewegung. Neben der weltweiten „Licht aus“ Aktion, die jedes Jahr stattfindet, sind erneut nachhaltige Projekte rund um die "Earth Hour" geplant. So sollen in Kenia zum Beispiel eine Milliarde Bäume gepflanzt werden, um bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche zurückzugewinnen. Die Hauptstadt von Ecuador, Quito, setzt sich für ein kunststofffreies Gesetz ein, das die Verwendung von Plastiktüten, anderen Einweg-Kunststoffen und Styroporprodukten verbietet. Indonesien will fünf Millionen junge Menschen für einen grüneren Lebensstil mobilisieren.

188 Länder im Vorjahr beteiligt

Im Vorjahr beteiligten sich insgesamt 188 Länder an der "Earth Hour". Rund 18.000 berühmte Wahrzeichen schalteten für eine Stunde ihre Lichter ab, darunter auch die Oper in Sydney, der Big Ben in London, das Empire State Building in New York, die Pyramiden in Ägypten und der Eiffel Turm in Paris.

Damit erreichte die "Earth Hour" im vergangenen Jahr weltweit Hunderte Millionen Menschen, die unter anderem über 3,5 Millionen Eindrücke ihrer ganz persönlichen "Earth Hour" in den sozialen Medien teilten, verbunden mit populären Hashtags wie #EarthHour oder #connect2earth.