Onk Lou: Zwischen Straßenecke, Kaffeehaus & Bühne. Als Neunjähriger traf Onk Lou die beste Entscheidung seines Lebens: Musiker zu werden. Zwischen Auftritten in Österreich und Deutschland spielt er auch am 22. März in Waidhofen/Ybbs.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 13. März 2019 (02:13)
Bernhard Kaufmann
Während der Schulzeit wurde er von seinen Mitschülern oft mit „Onkel“ zum Geschichtenerzählen aufgefordert. Heute erzählt Lukas Weiser als Singer/Songwriter Onk Lou auf musikalische Weise.

Singen wollte Lukas Weiser eigentlich nicht. Gitarre spielen ja. Musik machen unbedingt. Aber singen? Davon war beim Neunjährigen keine Rede, als er im Keller seiner Eltern in Ollersdorf (Bezirk Gänserndorf) seiner Gitarre Heavy-Metall-Klänge abrang. „Das Schönste an einer Kindheit in einem Ort wie Ollersdorf ist, dass man möglichst ungestört aufwächst“, erzählt der 27-Jährige schmunzelnd. Ein paar Jahre später zeigte ihm sein Musiklehrer, dass es „genauso cool ist, Bach auf der klassischen Gitarre zu spielen wie auf der E-Gitarre herumzuschreddern“. Und er bemerkte, dass er nicht nur gerne singt, sondern seine Stimme auch sehr gut ankommt.

Wieder ein paar Jahre später wird seine Single „In the morning“ ein Sommerhit und Lukas Weiser wird als „Onk Lou“ 2018 für den Amadeus, den wichtigsten österreichischen Musikpreis, nominiert.

Die Zeit als Straßenmusiker

Der Weg dahin führte ihn buchstäblich über die Straßen Europas. Denn anstelle seines Germanistik-Studiums wollte Onk Lou lieber Musik machen. Er verschickte unzählige E-Mails quer über den Kontinent und organisierte sich somit seine eigene kleine Tour. Wenn er nicht auf Songwriterfestivals in Dänemark, in Russendiscos in Moskau oder in Bars in Europa auftrat, spielte er einfach an einer Straßenecke. Bis er schließlich von einem Musikproduzenten entdeckt wurde. „Da war ich noch sehr vorsichtig. Von Versprechungen hört man in der Musikbranche sehr viel“, erzählt der 27-Jährige.

Doch es blieb nicht nur bei Versprechungen: Ein paar Monate später cancelte er sein Studium endgültig, scharrte seine vierköpfige Band, The Betterlife Inc., um sich, reiste nach Kuba, um dort Musikvideos für sein Debutalbum zu drehen und später als Support mit Granada auf Tour zu gehen.

Neues Album erscheint 2019

Erfolg ist für Onk Lou „zu sehen, dass es weiter geht, dass es Zukunft hat“. Und das tut es. Wenn er nicht im Tourbus sitzt oder auf Bühnen performt, sieht man ihn bei einem oder mehreren Verlängerten Schwarzen in einem Kaffeehaus – um zu schreiben.

50 Songs hat er aktuell neu im Gepäck. Zwölf davon werden es aufs neue Album schaffen, das in diesem Jahr erscheinen soll. Die Songs zwischen ein „bisschen Melancholie und viel Lebensfreude“ sollen auch dieses Mal Geschichten erzählen.

Sich dafür jeden Tag ans Papier zu setzen und neue Nummern zu schreiben – das bereite dem Niederösterreicher die größte Freude. „Trotz Stress, Arbeit, Selbstzweifel und bescheidener Arbeitszeiten.“ Dennoch: „Musik ist mein ein und alles – als Neunjähriger habe ich genau die richtige Entscheidung getroffen“, ist der Musiker überzeugt. Auch wenn die damals noch gar nicht das Singen beinhaltete ...