Gut schlafen in Sommernächten. Wenn die Hitze nicht nur tagsüber, sondern auch nachts die Temperaturen in Wohnung oder Haus in die Höhe treibt, dann fällt es vielen schwer einzuschlafen. Ordentlich lüften, Entspannungsübungen, Ruhe und weniger Licht können vielleicht helfen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 24. Juli 2019 (01:30)
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Wem die Hitze zu schaffen macht, der muss nicht gleich in den Kühlschrank übersiedeln. Abends gut durchlüften, eine dünnere Decke, weniger Licht und Entspannung können bei manchen auch schon hilfreich sein.

Es ist hell, es ist heiß und die Sache mit dem Einschlafen will so gar nicht funktionieren… In so mancher Sommernacht kann das schon passieren.

Was man dann tun kann? „Meine Empfehlung: Abends vor dem Schlafengehen lüften und gut durchziehen lassen. Vielleicht auch mit einem Ventilator“, rät Brigitte Holzinger, die Leiterin des Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung, das heuer übrigens sein 30-jähriges Bestehen mit Veranstaltungen – unter anderem mit Experten aus den USA – feiert (www.traum.ac.at).

Eine Frage der Entspannung

Der Einschlafprozess wird durch Entspannung eingeleitet. In dieser Phase gleichen sich die Temperatur im Inneren des Körpers und die in den Extremitäten, also den Händen und Füßen, an. Ist es draußen heiß, wird es schwieriger. Wie kann man also das Einschlafen fördern?

Luft. „Wenn Luft zirkuliert, kühlt das ein bisschen“, verrät Holzinger. Daher kann man einen Ventilator einschalten und ein feuchtes Handtuch in die Nähe hängen oder frisch gewaschene Wäsche.

Fenster. Die Fenster können offen bleiben, sofern es nicht zu sehr zieht – und man morgens rechtzeitig daran denkt, sie zu schließen, bevor die Hitze kommt. Ist man allerdings erkältet oder hat man Schnupfen, ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, das Fenster nachts zu schließen.

Ruhe. Die Fenster zu machen sollte man übrigens auch, wenn es draußen sehr laut ist. Lärm stört den Schlaf.

Entspannung. Hilfreich sein können Entspannungsübungen. Denn: Entspannung führt zum Einschlafen – sofern man müde genug ist. Welche Methoden hier funktionieren? „Schlafen ist eine ganz individuelle Angelegenheit“, erläutert die Psychologin. So kann bei jedem etwas anderes wirken. In ihrem Institut zeigt sie Kursteilnehmern zum Beispiel, wie autogenes Training zum Einsatz kommen kann. Bei Übungen werden dabei bestimmte Redewendungen vorgesagt. Man erreicht dadurch Entspannung. Ein Vorteil dieser Methode sei, dass man sie auch im Bett liegend durchführen kann.

Entspannung kann auch dabei helfen, den Druck, den sich viele beim Einschlafen selbst machen – „Ich muss sofort schlafen“, „Ich muss morgen früh ausgeschlafen und fit sein“ – etwas zu nehmen.

Licht. „Licht bestimmt uns ganz stark“, so Holzinger. Licht macht wach. Gerade im Sommer ist es morgens früher und abends länger hell. Man kann abends das Wohnzimmer abdunkeln, die Beleuchtung dimmen oder die Vorhänge zumachen und sich so auf die Ruhe vorbereiten.

Duschen. Man kann auch ausprobieren, vor dem Einschlafen warm oder heiß zu duschen.

Decke. Wenn es heiß ist, will man keine dicke, schwere Decke. Dünne Decken, ähnlich wie im Urlaub in südlichen Ländern, können angenehmer sein.

Sport. Gut ist regelmäßiger Sport. Denn: „Je fitter man ist, desto leichter hält man Hitze aus.“ Eine Rolle spielt aber nicht nur die Regelmäßigkeit, sondern auch, wann man abends sportelt. Vier Stunden vor dem Zubettgehen sollte man die Aktivität beenden, wenn man empfindlich ist. Worauf es auch ankommt, ist, wie man sich bewegt. Ein spannendes Match regt eher auf, als Ruhe und Entspannung zu bringen.

Leicht essen & Milch mit Honig

Was sonst noch generell Schlaf fördert, nicht nur im Sommer?

Routine . Möglichst regelmäßig schlafen und aufstehen. Wenige Stunden Unterschied zum üblichen Schlaf-Wach-Rhythmus sind kein Problem. Bleibt man aber
extrem viel länger auf, kann das – vor allem, wenn man anfällig ist – vielleicht schon mühsamer werden.

Abstinenz. Generell hilfreich ist auch, abends nicht mehr zu rauchen und auf Alkohol zu verzichten.

Trinken . Klassisch aber gut ist Milch mit Honig. „Ein Glas warme Milch mit Honig fördert den Schlaf.“ Zucker hingegen sollte man versuchen, abends wegzulassen. Der abendliche Kräuter- oder Früchtetee lässt sich auch ohne Zucker genießen.

Essen. Das letzte Mal essen sollte man mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Dazu zählen übrigens auch Knabbereien vorm Fernseher.

Sauna. Bei manchen Menschen konnte regelmäßiges Saunieren in der Früh einen erholsamen Schlaf fördern, wurde Holzinger berichtet.