Regionaler Artenschutz mit freiwilliger Unterstützung. Seit 2013 begleitet ein Gemeinschaftsprojekt in Orth/Donau die Amphibien bei der Frühjahrswanderung. Trotz der Einschränkung durch die heurigen Covid 19 – Bestimmungen wurden erneut zahlreiche Frösche, Kröten, Unken und Molche an der Uferstraße gerettet und wissenschaftlich erfasst.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 16. Juli 2020 (10:32)
Erdkröte
Pölz

Das Amphibienschutzzaunprojekt vom Nationalpark Donau-Auen, Österreichischen Bundesforsten und der Neuen Mittelschule Orth ging 2020 bereits in die achte Saison. Insgesamt wurden bis jetzt 6.000 Amphibien über die Straße getragen, im Durchschnitt also 750 Tiere pro Jahr.

Zeigte sich schon der Jänner sehr mild, aber trocken, war der Februar 2020 der zweitwärmste Februar der Messgeschichte. Zusammen mit einem Niederschlagsplus ergab das sehr früh ideale Wanderbedingungen für Amphibien. „In einer Zeitspanne von 76 Tagen wurden von unseren 13 freiwilligen Helferinnen und Helfern plus Familienmitgliedern heuer 777 Amphibien protokolliert, aber auch zwei Europäische Sumpfschildkröten, zwei Igel, 38 Ringelnattern, 12 Zauneidechsen, zwei Maulwurfsgrillen, ein Tigerschnegel und eine Maus“, fasst Projektleiterin Eva Pölz die Saison zusammen.

Balkan-Moorfrosch
Pölz

Eine Verlängerung des Zauns wurde erstmalig umgesetzt, dadurch wurden 133 Tiere zusätzlich gerettet, die sonst auf die Straße gelangt wären. Abgesehen vom Laubfrosch waren heuer sämtliche Amphibienarten, die im Nationalpark Donau-Auen vorkommen, am Zaun anzutreffen. Der stärkste Tag war der 14. April mit 143 Tieren. Durch die trockenen Monate März und April ergaben sich fünf konzentrierte Wanderschübe, die mit den spärlichen Niederschlägen des Betrachtungszeitraumes zusammenfallen.

Waren in den letzten Jahren oft die Springfrösche anzahlmäßig führend am Zaun vertreten, so übertrafen heuer die Wasserfrösche mit 365 Individuen alle anderen acht Arten bei Weitem, gefolgt von Springfrosch mit 182 Individuen und Erdkröte mit 152 Individuen. Expertin Eva Pölz weiter: „An Donaukammmolchen wurden heuer lediglich zwei protokolliert, aber auch von Rotbauchunken, Teichmolchen und Knoblauchkröten sah man diese Saison nicht viel. Die anhaltend trockenen und warmen Frühjahrswochen stellen auf Dauer sicher eine Herausforderung dar.“

Trotz der erforderlichen Corona-Maßnahmen und der daraus folgenden Schulsperre konnte die Betreuung des Zaunes die ganze Saison über gewährleistet werden!